Fachoberschüler beschäftigten sich in Theorie und Praxis mit Klimawandel

Erstmals Klimaprojekt an Viessmann-Schule: Schüler pflanzen 300 Bäume

+
Bäume pflanzen für den Klimaschutz: Die Schüler im Wald bei Eppe.

Korbach/Frankenberg – Schlicht und einfach „Wald“ heißt das Klimaprojekt der Hans-Viessmann-Schule aus Frankenberg. Doch nicht nur theoretisch haben sich die Fachoberschüler des Jahrgangs zwölf damit auseinander gesetzt.

Die jungen Erwachsenen haben jetzt gut 300 Bäume gepflanzt.

Woran erkennt man in unserer Region den Klimawandel? Vielen Schülern sei nicht bewusst, dass man die Auswirkungen auch direkt vor Ort sehen könne, sagt Verena Rupprath. Die Lehrerin der Hans-Viessmann-Schule hat deshalb im Politikunterricht das Klimaprojekt auf die Beine gestellt, erstmals überhaupt an der Schule. Schon auf dem Weg zur Schule könnten die Schüler sehen, dass der Wald abstirbt.

Wie es im Wald derzeit aussieht, erlebten die Schüler vor kurzem bei einer Exkursion. Vier Stunden lang waren sie mit Revierförster Peter Frese unterwegs, um die Bäume zu untersuchen und die Schäden zu begutachten. Gelernt haben sie dabei auch, „wie wichtig der Wald für uns Menschen und die Natur ist“, sagt Schüler Leon Frick. Bisher habe das Thema in der Schule nicht so sehr im Fokus gestanden.

Revierförster Peter Frese war mit den Schülern im Wald unterwegs. 

Dafür umso mehr im Wald-Projekt: Denn die Schüler der kaufmännischen Fachoberschule sollten nach ihrer Exkursion auch selbst aktiv werden. 200 Baumhaseln haben sie jetzt in einem Waldstück bei Eppe eingesetzt. Für diese Art hätten sich die Schüler nach einem Tipp des Revierförsters entschieden, sagt Rupprath. Dieser Laubbaum, der ursprünglich in der Türkei wächst, soll gut mit Klimaveränderungen zurecht kommen.

Das Grundstück, auf dem die Bäume gepflanzt wurden, war schnell gefunden: Lehrerin Rupprath, die aus Eppe kommt, besitzt dort selbst ein Waldstück. Das stellte sie zur Verfügung, außerdem kaufte sie für rund 900 Euro die Bäume, die eingepflanzt wurden.

Das war eine Knochenarbeit für die jungen Menschen. Unterstützt wurden sie auch dabei von Hessen-Forst, unter anderem von Anne-Sophie Hötger vom Forstamt Diemelstadt. Mit Harken und Äxten schufen die Schüler zwischen viel Holunder Platz für die jungen Bäume. „Das haben wir uns nicht so anstrengend vorgestellt“, sagt Schülerin Lara Stahl. Nicht nur 200 Baumhaseln haben sie gesetzt. Hinzu kamen noch gut 100 Jungbuchen im Rahmen einer Naturverjüngung.

Schülerin Lara Stahl bei der Arbeit

Aus dem Altbestand entstehen so weitere Bäume. Damit die Bäume vor Verbiss geschützt werden, bringen die Schüler auch gleich Gitter drum herum an. Am Ende, so sagt Verena Rupprath, sollen rund 300 Bäume gepflanzt werden.

Alte Milchtüten, neuer Nutzen 

Zumindest vorerst. Weitere werden folgen. Denn die Schüler der Klasse 12 FOBW haben die Juniorfirma „Milk it up“ gegründet. Dabei entsteht aus alten Milchtüten Neues, beispielsweise Vasen. Und für jede verkaufte Milchtüte werden sie einen weiteren Baum pflanzen, verspricht Leon Frick und betont: „Die Regionalität liegt uns sehr am Herzen.“

Weitere Informationen zur Juniorfirma der Frankenberger Fachoberschüler gibt es bei Facebook und bei Instagram.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare