Berufserkundungstag in den Beruflichen Schulen Korbach-Bad Arolsen

Schüler helfen Schülern bei Berufswahl

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Korbach - Auszubildende und Berufsfachschüler gewähren interessierten Jugendlichen praxisnahe Einblicke: Dazu laden die Beruflichen Schulen seit sieben Jahren Real- und Hauptschüler ein. Der Berufserkundungstag soll ihnen helfen, sich in der Karriereplanung weiter zu orientieren.

Die Leukozyten im Blut unter dem Mikroskop betrachten? Mit Schutzbrille Metallplatten in die richtige Form schneiden? Oder vielleicht doch lieber Besteck und Gläser auf einem blütenweißen Tischtuch akkurat anordnen? So unterschiedlich diese Tätigkeiten sind, so unterschiedlich sind auch die unzähligen Ausbildungsberufe, die sich Jugendlichen bieten. Somit verwundert es kaum, dass die richtige Lehrstellenwahl nicht selten schwerfällt. Daher laden die Beruflichen Schulen Korbach seit sieben Jahren Real- und Hauptschüler zum Berufserkundungstag ein. Insgesamt 140 Acht- und Neuntklässler der Mittelpunktschule Adorf und der Korbacher Louis-Peter-Schule besuchten in diesem Jahr verschiedene Berufsklassen: Nicht nur angehende Dachdecker, Hotelfachangestellte, Köche und medizinische Fachangestellte präsentierten ihre Tätigkeiten, sondern auch die Klassen der Berufsfachschule der Bereiche Gesundheit, Metall- und Fertigungstechnik, Elektrotechnik und Sozialwesen.

Erwartet wurden die Gäste dabei nicht von Lehrern, die ihnen theoretische Ausbildungsinhalte vermittelten. Vielmehr hielten die Schüler der beruflichen Schulen den Unterricht und führten die interessierten Real- und Hauptschüler an Aufgaben aus dem späteren Berufsalltag heran. Bereits im Voraus hatten die Auszubildenden des zweiten und dritten Lehrjahrs und die Berufsfachschüler überlegt, was sie den Gastschülern beibringen wollten. So entwickelten sie praxisnahe Übungen – immer mit dem Anspruch, einen interessanten, aber auch wirklichkeitsgetreuen Einblick in die Ausbildung zu bieten. Diese Verantwortung, selbst zu lehren, sei die zweite Säule des Berufserkundungstages, der damit auch für die Jugendlichen der beruflichen Schulen von Nutzen sein soll, erklärt Koordinatorin Edda Schmidt.

„Ungewohnt, aber interessant“, findet die 19-jährige Teresa Bastos, angehende medizinische Fachangestellte, den Rollenwechsel zur Ausbilderin. Wie ihre Klassenkameradinnen sieht sie den Erkundungstag als guten Test für ihre baldige Abschlussprüfungen. Und die Gastschüler schienen die Einblicke in mögliche Berufe ebenfalls zu schätzen: „Ich war neugierig auf diese Ausbildung“, erzählt die 15-jährige Realschülerin Valerie Apel, die den Vormittag im Gastronomie-Bereich verbracht hatte. Überrascht war sie beispielsweise davon, wie viel Mühe auf Kleinigkeiten, wie das Tischdecken, verwendet wird.

Auch die Lehrer beobachteten, wie interessiert und motiviert viele Acht- und Neuntklässler die Aufgaben bewältigten. Aus der Erfahrung der vergangenen Jahre habe sich gezeigt, dass sogar manche Schüler nach einem solchen Erkundungstag eine Lehre in dem vorgestellten Beruf beginnen, erinnert sich Dirk Michel, Lehrer der Elektrotechnik.

Andererseits stellen einige Jugendliche an einem solchen Vormittag fest, dass die Ausbildung, die sie angestrebt hatten, in der Praxis anders ist als in ihrer Vorstellung, weiß Stefan Engelbrecht, Lehrer der Kochklasse. Daher sei es besser, an einem solchen Erkundungstag festzustellen, welcher Beruf passen könnte und welcher der falsche ist, bevor später eine Lehre wegen falscher Erwartungen abgebrochen werden muss.

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