Fünft- und Sechstklässler der ALS nehmen an Programm „Achtung Auto“ teil

Schüler lernen Gefahreneinschätzung

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Theorie und Praxis: Begriffe wie Reaktions-, Brems- und Anhalteweg kriegen die Schüler der 5b der ALS bei der Aktion „Achtung Auto“ gut hin (gr. Bild); den Anhalteweg eines 30 Stundenkilometer fahrenden Autos schätzen aber nur zwei von ihnen richtig ein (kl. Bild).Fotos: Wilhelm Figge

Korbach - Bei der Aktion „Achtung Auto“ lernen ALS-Schüler, dass ein Auto länger fürs Anhalten braucht, als sie denken.

„Wie viele Meter hinter der Markierung kommt ein 30 Stundenkilometer fahrendes Auto zum Stehen?“, fragt Matthias Hillig, Moderator bei „Achtung Auto“. Die Schüler der Klasse 5d der Alten Landesschule (ALS) stellen Hütchen auf, um ihre Einschätzung zu markieren - und liegen größtenteils falsch: Alle bis auf zwei Pylonen passiert das Auto, bevor es zum Stehen kommt - dabei sei sein Anhalteweg von zehn Metern „richtig gut“ gewesen, so Hillig.

„Kinder müssen lernen, solche Gefahren einzuschätzen“, erklärt Christoph Hömberg, Beauftragter für Verkehrserziehung an der ALS. Nach der „behüteten“ Grundschulzeit, in der viele Schüler noch von ihren Eltern gebracht würden, sei eine Sensibilisierung wichtig. Alle zwei Jahre nehmen die fünften und sechsten Klassen der ALS deshalb an der Verkehrserziehung teil. Bei dem vom ADAC durchgeführten Programm „Achtung Auto“ sind diese Woche fast 300 Schüler dabei, in der Schule gibt es eine Nachbearbeitung.

„80 Prozent liegen falsch“

Die Einschätzung von Anhaltewegen falle Kindern schwer: „80 Prozent setzten ihre Hütchen zu früh“, erläutert Matthias Hillig. Wenn der gleiche Versuch dann mit 50 Stundenkilometern wiederholt werde, gebe es noch immer viele Fehler - die 5d verbessert sich immerhin auf zwölf richtige Einschätzungen.

Dass es dauert zu stoppen, haben die Kinder zuvor beim Abbremsen aus dem vollen Lauf am eigenen Leib erfahren. Der Anhalteweg wird zudem sehr viel länger, wenn sie auf ein Bremssignal reagieren müssen. Was die Reaktionszeit beeinträchtigen kann, ist dann ein Diskussionsthema: Dunkelheit und blendendes Licht werden genauso genannt wie Ablenkung durch Zeitdruck, Spielen und Handys.

Auch für die Sicherheit als Mitfahrer erhalten die Schüler Tipps: Hillig erklärt, dass Schulter- und Beckengurt nicht umsonst so heißen und warum Kinder bis 12 Jahre oder 1,50 Meter Körpergröße einen Kindersitz brauchen. Die für Gefahr mittlerweile sensibilisierten Kinder fragen, ob Kindersitze denn bei Unfällen verrutschen und Gurte reißen könnten, aber Hillig gibt beruhigende Antworten.

Zuletzt erleben die Kinder im Auto eine Gefahrenbremsung von 30 Stundenkilometern. „Ich fand es etwas erschreckend, es kam plötzlich“, erklärt Laura. „Immerhin hat der Gurt gehalten“, ergänzt Mattis.

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