Pilotprojekt an der Alten Landesschule ist gestartet

Korbacher Gymnasiasten testen sich selbst auf das Coronavirus

Corona-Selbsttest: In den hessischen Schulen und Kitas soll nach den Osterferien flächendeckend getestet werden. Symbol
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Corona-Selbsttest: In den hessischen Schulen und Kitas soll nach den Osterferien flächendeckend getestet werden. Symbol

Nach den Osterferien sollen Lehrer, Schüler und weitere Mitarbeiter in allen 2000 Schulen Hessens die Möglichkeit erhalten, sich freiwillig auf das Coronavirus zu testen.

Damit diese groß angelegte Teststrategie des Landes erfolgreich startet, findet aktuell ein Pilotprojekt an 21 Schulen in Hessen statt:  Als einzige Schule in Waldeck-Frankenberg ist die Alte Landesschule (ALS) in Korbach dabei.

Dort werden seit Donnerstag Laienschnelltests ausgeteilt, mit denen sich Schüler, Lehrer und Mitarbeiter selbst auf eine Corona-Infektion testen können. Es gibt eine Anleitung per Video, Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen stehen als „Paten“ hilfreich zur Seite.

„Wir freuen uns, einen Teil dazu beitragen zu können, dass die hessenweite Teststrategie an den Schulen zügig aufgebaut und nach Ostern umgesetzt wird“, sagt ALS-Schulleiter Christoph Aßmann. „Abstand halten, Masken tragen – vor allem aber das Impfen sowie flächendeckende Corona-Tests bringen uns schneller aus der Pandemie heraus. Wir nehmen diese Vorreiterrolle daher gerne an.“

Christoph Aßmann, Leiter der Alten Landesschule in Korbach

Die Zahl der Schüler, die sich derzeit im Gebäude der Alten Landesschule aufhalten, ist wegen der Corona-Beschränkungen zwar überschaubarer geworden, dennoch stand dem Start des Pilotprojektes am Donnerstag nichts im Weg. Die Abschlussklassen, die im Wechselunterricht beschulten Jahrgangsstufen 5 und 6 sowie das Personal und die Lehrkräfte können sich seither im Rahmen des Pilotprojektes selbst testen.

Weil sich das Prozedere zunächst einspielen soll, darf sich unsere Zeitung erst kommende Woche vor Ort einen Eindruck von den Tests machen. Christoph Aßmann gab am Donnerstag aber bereits Auskunft über den Beginn des Pilotprojektes. „Alles verläuft bislang ohne Probleme. Die Schülerinnen und Schüler machen den Selbsttest an ihrem Platz im Klassenraum.“

Am Freitag und am kommenden Dienstag werden weitere Laienselbsttests im Korbacher Gymnasium durchgeführt. Die Tests dort und in den anderen Pilot-Schulen in Hessen sollen nach Auskunft der Staatskanzlei wichtige Erfahrungen bringen, um nach Ostern in den Schulen regelhaft testen zu können.

So funktioniert der Corona-Laienselbsttest

Bei den freiwilligen Tests, die nach der Pilotphase in den hessischen Schulen und Kitas nach den Osterferien flächendeckend zum Einsatz kommen sollen, sind die so genannten „SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung durch Laien (Selbsttests)“. Bei diesen Antigen-Schnelltests wird die Probe aus dem vorderen Bereich der Nase statt aus dem Nasen-Rachen-Raum entnommen. Das Ergebnis liegt nach etwa 15 Minuten vor. Die Corona-Laienselbsttests werden vor Unterrichtsbeginn in den Schulen absolviert. Dafür stellen das Sozial- und das Kultusministerium Schulungsvideos und Anleitungen zur Verfügung.

Im Falle eines positiven Testergebnisses muss eine Meldung an das Gesundheitsamt erfolgen und es greift die Verpflichtung zur Durchführung eines PCR-Tests sowie zur sofortigen Quarantäne.

Testen, um Öffnungs-Strategien zu entwickeln

Von einem „Dreiklang aus Impfen, Testen und Öffnen“ spricht derweil Philipp Bender, stellvertretender Pressesprecher beim Hessischen Kultusministerium im Hinblick auf den Kampf gegen die Corona-Pandemie. Die groß angelegte Teststrategie an allen 2000 hessischen Schulen sowie in den Kindertageseinrichtungen, die nach den Osterferien beginnen soll, sei deshalb ein ganz wichtiger Eckpfeiler. Dieser solle letztlich auch dazu beitragen, dass im Bildungssektor auf Sicht mehr Öffnungsschritte möglich werden.

„Es geht bei den Laienselbsttests vor allem darum, die unerkannten Corona-Infektionen zu entdecken. Somit wird eine erhöhte Grundsicherheit geschaffen – gerade in Schulen, in denen viele Menschen zusammenkommen, ist das wichtig, um erneute Schließungen zu vermeiden und Öffnungs-Strategien zu entwickeln“, so Bender. Die Tests in Schulen und Kitas seien alle freiwillig. „Wir setzen aber aufgrund der Bedeutung auf eine hohe Beteiligung, die nach ersten Rückmeldungen der am Pilotprojekt beteiligten Schulen am Donnerstagmorgen mindestens bei 90 Prozent liegt.“

Nach Auskunft des Hessischen Sozialministeriums werden sich nach der Pilotphase pro Woche 815 000 Schülerinnen und Schüler, 100 000 Lehrerinnen und Lehrer und weiteres Personal von Schulen sowie 66 400 Erzieherinnen und Erzieher in Kitas nach Ostern selbst testen können. Die Zahlen umfassten auch Schulen und Kindertagesstätten in freier Trägerschaft sowie Kindertagespflegepersonen. Aus dem Sondervermögen „Hessens gute Zukunft sichern“ würden Mittel in Höhe von 90 Millionen Euro für die Beschaffung der rund 14,5 Millionen Antigen-Schnelltests zur Verfügung gestellt.

„Unbenommen davon bleibt der Anspruch jedes Bürgers und jeder Bürgerin auf einen kostenlosen PoC-Antigen-Schnelltest mindestens einmal in der Woche, der von geschultem Personal durchgeführt wird, natürlich auch für Lehrerinnen und Lehrer, Erziehungspersonal sowie Tagespflegepersonen bestehen“, teilt das Sozialministerium mit.

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