Sommerliche Inhalte und Temperaturen beim traditionellen Sommerkonzert der Alten Landesschule

Schüler zeigen musikalische Vielfalt

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Starker Auftritt: Max Rube, Joschka Merhof, Lennart Liedtke.

Korbach - Das ALS-Sommerkonzert stand in direkter Konkurrenz zum Hessentag. Auf die Besucherzahlen hatte dies keinen Einfluss, wohl aber auf die Ensemblestärke, gerade bei den jüngeren Altersklassen.

Und so konnten sich die Zuhörer über einmalige Arrangements in ungewöhnlichen Besetzungen freuen oder vorher nie gehörte Zusammenhänge entdecken.

So nahm z.B. beim zum Sextett geschrumpften Blechbläserensemble unter der Leitung von Marco Werchner die Posaune als Nebelhorn beim Titanic-Song „My Heart will go on“ im Klangbild einen prominenteren Raum ein als sonst, auch wenn sich Flöte und Klarinette beim Liebesmotiv vorbildlich abwechselten.

Christine Teweleit hatte das Instrumentalensemble auf eine kleine Europareise in munteren Tänzen geschickt, die von der französischen „La Marmotte“ über einen „Irish Folk Dance“ bis zum mit Händeklatschen befeuerten Latin „Xsekina mia psaarpoula“ führte.

Tänzerisch und mit einem Menuett von James Hook ging es mit der von Alexandra Jost geleiteten Querflötengruppe weiter. Mit dem mexikanischen Volkslied „La Bamba“ huldigten die Holzbläser den tropischen Temperaturen.

Mit „Aura Lee“, dessen Melodie stark an den Elvis-Hit „Love me tender“ erinnerte, leiteten der von Michael Kuhaupt betreute Bläsernachwuchs das amerikanische Viertel ein, denn mit „Old McDonald“ und „Oh Susanna!“ hatte Rainer Horns Nachwuchstrio zwei Traditionals von der anderen Seite des großen Teichs im Programm.

Auch die Gitarrengruppe, mit der die Ära der vollzähligen Ensembles begann, hatte mit „Nobody Knows“ und „Oh when the saints“ Musik im Programm, mit der die ALS im Notfall sogar für einen Spontanbesuch von Barak Obama gerüstet gewesen wäre. Mit der auf dem Klangkörper durchgeführten afrikanischen Rhythmusimprovisation „Jongo“ zogen die musikalischen Zöglinge von Tobias Höcker einen beeindruckenden Schluss-Strich unter ihren Auftritt.

Mit Auszügen aus Olaf Schillmöllers heiterem Singspiel „Wie die Schildbürger wieder gesund wurden“ nahm der Unterstufenchor schlecht durchdachte Maßnahmen zur Senkung des Krankenstandes aufs Korn und wies auf die nächsten Aufführungen am 28. Juni. (Gemeindehaus St. Marien) und 2. Juli (ALS) hin, die jeweils ab 18 Uhr über die Bühne gehen werden.

Mit ausgefeilten Arrangements, sauberen Wechseln zwischen den Stimmen und Solisten und sattem Sound spielte die Big Band unter der Leitung von Rainer Horn drei Highlights in Folge. Überzeugte der Opener „Get ready“ in Sachen Zusammenspiel, so geriet der „Work Song“ zum jazzigen Herzstück mit herrlichen Sololäufen für Tenorsaxofon und Trompete. Mit dem in satten Bläserklang verwandelten Wellenkamm von Hawaii 5-0 klang die Brass-Section sommerlich aus.

Arrangeur Ted Rickets hatte seinen Abba-Cocktail für Streicher mit einem Schuss Vivaldi angereichert, aber auch die klassischen Hits wie „Summer Night City“, „Mamma Mia“, „Dancing Queen“ oder „I have a dream“, mit sattem Strich vorgetragen vom Streicher-Ensemble (Leitung Katharina Lesser) passten nicht nur thematisch gut zu sommerlichen Temperaturen.

„Sommerlust“ war auch ein Thema für den Kammerchor, der mit dem munteren Volkslied „Kommt ihr G‘spielen“ in einem Arrangement von Dirigentin Silvia Grebe seinen Liederreigen eröffnete. Der „kleine grüne Kaktus“ auf dem Balkon gehört gewissermaßen auch zu den Sommerklassikern, im Arrangement von Carsten Gelitz übernehmen allerdings die Frauen den Bass-Part des Originals und lassen den Kaktus den Bösewicht so richtig stechen. Mit dem Wise-Guys-Hit „Ruf doch mal an“ und großartiger Rhythmusarbeit der Bässe klang der vollständig muttersprachliche Auftritt des Kammerchores aus.

Als Leiter des gemischten Chors hatte sich Bernhard Uteschil für ein dreisprachiges Repertoire entschieden und eröffnete den Auftritt mit dem schwermütigen „Voir sur le chemin“, ehe es mit den Klangwellen von „Adiemus“ in einer Sprache weiter ging, die es gar nicht gibt. Die englischsprachigen Titel „Let her go“ und „California „Dreaming“ leiteten musikalisch schon zum Block der Rock-AG über.

Selbigen eröffnete Ivan Losing, der unlängst mit der Band „13 and pregnant“ im Band-Constest-Finale gestanden hatte, mit einer packenden Version von „The Gift“. Mit seiner groovigen Version des Police-Titels „Driven to tears“ hätten sich Joschka Merhof, der auch als Gitarrist einige brillante Soli einstreute, und seine musikalischen Mitstreiter Lennart Liedtke (Bass), Max Rube (Gitarre) und Mattis Langendorf (Schlagzeug) sogar Siegchancen bei einem Wettbewerb ausrechnen können.

Christiane Goldhofer und Vanessa Vesper sangen Pinks „Just give me a reason“ im Duett, den Abschluss des Rockblocks bildete Anna Lina Zimmermanns stimmkräftige Interpretation des Cranberries-Hits „Zombie”.

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