Beitrag zum Umweltschutz 

Schülerfirma "Clean Ditch" macht Mini-Müllbeutel fürs Auto

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"Clean Ditch": Dzeno Ahmatovic, Vanessa Schlömer und Giulia Weishaupt (von links).

Eine Schülerfirma der Beruflichen Schulen Korbach und Bad Arolsen hat Mini-Müllbeutel speziell fürs Auto erfunden, die wiederverwendbar sind.

„Unser Grundsatz ist Umweltschutz“, sagt Giulia Weishaupt, Vorstandsvorsitzende der Schülerfirma „Clean Ditch“, die Schüler der Beruflichen Schulen Korbach und Bad Arolsen gegründet haben. Die Produktion läuft bereits, ab kommender Woche etwa gehen die Beutel in den Verkauf.

Tonnenweise Müll landet jedes Jahr in Straßengräben, vor allem entlang von Bundesstraßen und Autobahnen. Diese Müllberge sollen kleiner werden, das ist das Ziel von „Clean Ditch“. Die Grundidee zu den Müllbeuteln hat Lehrerin Katrin Mankel aus einem Brasilien-Urlaub mitgebracht. „Dort sind die Beutel in Mietwagen gang und gäbe“, sagt sie. Die Schüler aus dem Wahlpflichtfach Schülerfirma fanden die Idee toll, haben schnell herausgefunden, dass es die Müllbeutel im deutschsprachigen Raum noch nicht gibt und haben sich ans Werk gemacht. Sie alle sind im Jahrgang zwölf der Fachoberschule, Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung.

Alles Handarbeit: Die Schüler nähen die Müllbeute l selbst, hier Nick Schönhals (vorne) und Nick Löber. 

Von Grund auf sollen sie in dem Projekt, das nur während eines Schuljahrs besteht, lernen, wie ein Unternehmen funktioniert. Buchhaltung, Produktion und Marketing sind die Abteilungen, in denen sich die 17- und 18-Jährigen engagieren, je nach Interesse. Der Praxisbezug ist das Wichtigste. Und den Schülern macht die Arbeit Spaß. So lerne man nicht nur die Theorie, sagt Vanessa Schlömer.

Alles wird in Handarbeit gefertigt 

Über Anteilsscheine von zehn Euro je Stück sind die Schüler selbst an „Clean Ditch“ beteiligt, auch andere Interessenten können diese Scheine erwerben. „So ist unser Startkapital zusammengekommen“, sagt Giulia Weishaupt. Unter anderem wird es im Januar eine Hauptversammlung geben, sagt Lehrerin Mankel. Bis dahin müssen die Schüler auch einen kompletten Geschäftsbericht erarbeitet haben. Was mit einem möglichen Gewinn passiert, entscheiden die Eigner dann gemeinsam. Falls es schief gehe, sagt Abteilungsleiter Michael Grosche, sei das eine wichtige Erfahrung, die die Schüler gemacht hätten.

An vier Nähmaschinen sitzen die Schüler, die in der Produktion arbeiten. Anhand einer Schablone messen sie den Stoff – Neopren und Softshell – aus, schneiden ihn zurecht, stecken ihn ab und nähen die Müllbeutel zusammen. 25 mal 25 Zentimeter groß sind sie am Ende, versehen mit einem größenverstellbaren Henkel. Auch aus Jeans sollen Exemplare entstehen, möglicherweise auch weitere Größen.

Am Schalthebel könnten die wiederverwendbaren Müllbeutel im Auto hängen. 

Die ab- und auswaschbaren Müllbeutel können am Schalthebel angebracht werden, oder auch an den Kopfstützen. Damit möglichst viele Menschen erfahren, dass es die wiederverwendbaren Müllbeutel gibt, hat die Marketing-Abteilung bereits Seiten bei Facebook und Instagram erstellt, eine Internetseite wird in den nächsten Tagen ans Netz gehen.

Wahrscheinlich ab kommender Woche gehen die ersten Beutel in den Verkauf, dann wird auch das Firmenlogo auf jedem Exemplar prangen. Wenn es gut läuft, wird „Clean Ditch“ beim Landeswettbewerb der Schülerfirmen dabei sein. In den vergangenen beiden Jahren waren die Firmen der Beruflichen Schulen dabei, einmal gab es schon den zweiten Platz.

Je ein Euro an Umweltschutzorganisation

Zum Preis von 12,99 Euro je Stück können die wiederverwendbaren Müllbeutel bereits jetzt bestellt werden per Mail an kontakt@cleanditch.de sowie über die Facebook- und Instagramseite von Clean Ditch. Pro verkauftem Beutel wird ein Euro an eine Umweltschutzorganisation gespendet. Wer Jeansstoff oder Neopren spenden möchte, kann sich ebenfalls über Mail oder die sozialen Medien an die Schüler wenden oder direkt an die Beruflichen Schulen.

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