Auf Korbachs Weg zur „Fairtrade-Stadt“ leistet Fairtrade-AG der ALS einen Beitrag

Schul-Weltladen wirbt für Gerechtigkeit

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Klären ihre Mitschüler auf: Die Mitglieder der Fairtrade-AG verkaufen am Fairtrade-Point gerecht gehandelte Waren.

Korbach - Wenn die Korbacher Gymnasiasten in der Pause Chips knabbern oder Pfefferminzbonbons lutschen, fördern sie nicht nur ihr eigenes Wohlbefinden, sondern zugleich den fairen Welthandel. Darüber hinaus unterstützen die Verkäufer am „Fairtrade-Point“ Korbachs Bewerbung als „Fairtrade-Stadt“.

Um schon Schüler für die Idee des gerechten Handels zu interessieren, rufen Michaela Vorneweg und Franz Harbecke vor sechseinhalb Jahren an der Alten Landesschule die Fairtrade-AG ins Leben und leiten diese seitdem im Wechsel. In jedem Schuljahr wählen sich rund 30 Mädchen und Jungen der Klassen fünf bis neun ein, die in zwei Gruppen aufgeteilt werden. Jede Gruppe kommt einmal im Monat am Freitagnachmittag zusammen. Mit Spielen, Filmen oder beim Basteln erfahren sie jedes Mal etwas Neues über den gerechten Handel.

Kern der Fairtrade-AG ist allerdings der wöchentliche Dienst am „Fairtrade-Point“ in der Pausenhalle. Dort verkaufen die Schüler zwischen 60 und 70 selbst ausgewählte, fair gehandelte Waren - von Süßigkeiten und Tee über kunstgewerbliche Artikel wie Mandalas bis hin zu Heften. „Chips und Pfefferminzrollen sind am beliebtesten“, berichten sie am Freitag, als sie Besuch von Thorsten Peper, Dr. Peter Koswig, Kerstin Decker und Oliver Mehrhof bekommen. Alle vier gehören zur Steuerungsgruppe, die Korbachs Zertifizierung als „Fairtrade-Stadt“ koordiniert. Auf dem Weg zur gerechten Handelsstadt müssen Einzelhändler, Gastronomen und öffentliche Einrichtungen wie Schulen von der Nutzung fair gehandelter Produkte überzeugt werden.

Überzeugungsarbeit ist an der ALS nicht mehr nötig, aber dennoch leisten die Gymnasiasten einen wichtigen Beitrag zur Zertifizierung. „Ihr seid einer der Vorreiter für den fairen Handel in Korbach und ihr werbt für die Produkte“, lobt Peper das Engagement. Ziel sei schließlich, über die Bewerbung mehr und mehr Korbacher zu begeistern. „Eure Arbeit ist wichtig, weil ihr aufklärt und informiert“, ergänzt Koswig mit Blick auf Waren und selbst gebastelte Werbetafeln, die Käufern Auskunft über das jeweilige „Produkt der Woche“ geben.

„Wir sind einer der wenigen, wenn nicht der einzige Schul-Weltladen in ganz Nordhessen“, berichtet Michaela Vorneweg stolz. „Lernen und denken über Fachinhalte hinaus“ werde an der ALS großgeschrieben, erklärt Schulleiter Robert Gassner. Die Fairtrade-AG, die soziales Engagement fördere, unterstütze er daher gern. In der vergangenen Projektwoche zogen die Schüler zum Beispiel los, um bei einer Umfrage zu ermitteln, was die Korbacher alles (nicht) über den fairen Handel wissen.

Nach dem Austausch mit den Schülern plant die Steuerungsgruppe als nächste Aktion am 17. April einen Vortragsabend zu „Fairen und unfairen Bedingungen in der Bekleidungsindustrie“. Weitere Informationen folgen.

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