Kreis-Grüne wollen Gebäude als Bildungsstandort erhalten - Suche nach einem Investor

Schule an der Klosterstraße in Korbach steht zum Verkauf

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Bleibt erhalten: Das denkmalgeschützte Hauptgebäude der Schule an der Klosterstraße. Was mit den übrigen Gebäuden passiert, steht noch nicht fest. Zunächst geht es darum, einen Investor für das gesamte Areal zu finden. 

Korbach. Wer in diesen Tagen im Internet auf der Suche nach Immobilien in Korbach ist, wird mitunter auch einen Eintrag zur ehemaligen Alten Landesschule an der Klosterstraße entdecken.

In der Objektbeschreibung heißt es: „Durch die geplante Konzentration des Berufsschulstandortes Korbach an der Kasseler Straße ist mittelfristig die weitere Nutzung des Schulstandortes Klosterstraße nicht mehr erforderlich. Daher soll das Gebäude im Rahmen eines Bieterverfahrens veräußert werden. Als Übergabezeitpunkt wäre der 2. Januar 2023 denkbar. Bis 31. Juli 2018 haben Interessenten Gelegenheit, ein verbindliches Angebot für den Gebäudekomplex abzugeben.“

Diese Tatsache rief jetzt die Fraktion der Grünen im Kreistag auf den Plan. Sie forderte Anfang der Woche den Kreisausschuss dazu auf, das Bieterverfahren zur Veräußerung des ehemaligen Gymnasiums in der Klosterstraße – in der sich derzeit noch die Beruflichen Schulen und die VHS befinden – zu stoppen. Stattdessen soll mit dem Magistrat der Stadt Korbach ein Bürgerbeteiligungsverfahren zur Umnutzung und Entwicklung der Liegenschaft eingeleitet werden. „Natürlich macht es durch die künftige Konzentration der Beruflichen Schulen an der Kasseler Straße Sinn, sich über eine Umnutzung des Gebäudes an der Klosterstraße Gedanken zu machen. Aber eben auch erst dann, wenn alles abgeschlossen ist“, sagte Daniel May (Grüne). 

Es sei nicht nachvollziehbar, warum ein Verkauf jetzt mit einem derartigen Tempo umgesetzt werden soll. „Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass erst 2023 eine Übergabe des Areals geplant ist“, so May.

Ort der Bildung

Die Schule an der Klosterstraße als ehemaliges Landesgymnasium beherberge seit Jahrhunderten Bildungsreinrichtungen. Auch wenn auf Dauer die Liegenschaft nicht als Standort für die Beruflichen Schulen notwendig sei, sollte sie ein Ort für andere Bildungseinrichtungen werden. „Insbesondere ist daran zu denken, dass die VHS dort verbleibt. Mit Blick auf eine Umnutzung in diesem Sinne sollte auch eine Beteiligung der Bürger angestrebt und Gespräche mit der Stadt Korbach geführt werden“, so May.

Zur Forderung der Grünen nahm Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese Stellung: „Wir haben schon früh Gespräche mit der Stadt Korbach geführt und werden diese fortsetzen.“ Bevor der Landkreis eine Verkaufsentscheidung zugunsten eines Investors treffe, werde dies auch noch einmal mit der Stadt Korbach besprochen.

„Wir haben zudem – im Dialog mit dem Landrat – darüber gesprochen, dass wir uns an der Klosterstraße auch weiterhin eine schulische Nutzung vorstellen können.“ Jetzt gehe es zunächst einmal darum, Kaufinteressenten zu finden.

Nach den Ausführungen des Ersten Kreisbeigeordneten zog die Kreistagsfraktion der Grünen ihren Antrag schließlich zurück.

Das sagt die Stadt Korbach: „Entwicklung der Altstadt vorantreiben“

„Der ehemalige Gebäudekomplex der Alten Landesschule an der Klosterstraße ist für die Stadt Korbach ein sehr interessantes Areal, um die städtebauliche Entwicklung der Altstadt weiter voranzutreiben“, sagte Bürgermeister Klaus Friedrich auf Anfrage dieser Zeitung. Der Landkreis als Eigentümer suche jetzt nach einem Investor und die Stadt Korbach werde eng in die Entscheidungen eingebunden.

„Wir sehen es als sinnvoll für die Stadtentwicklung an, wenn – ähnlich wie zuletzt geschehen am Westwall, in der Schulstraße, am Katthagen und in der Enser Straße – attraktive Wohnungen geschaffen werden. Vorstellbar ist, dass solcher Wohnraum auf den Flächen entsteht, wo sich derzeit noch die jüngeren Anbauten und die Turnhalle befinden“, sagt Friedrich. 

Das deutlich ältere, denkmalgeschützte Hauptgebäude der ehemaligen Alten Landesschule direkt an der Straße werde definitiv erhalten und sei unveränderbar. „Wie dieses künftig genutzt wird, wird sich zeigen. Natürlich sind dort Büro- und Geschäftsräume ebenso denkbar wie Büro- und Lehrräume, die auch weiterhin von der VHS genutzt werden. 

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