Kaufinteressent will in Meineringhausen künftig syrische Bürgerkriegsflüchtlinge unterrichten

Schulungszentrum in altem Gasthaus ?

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Das Gasthaus Kalhöfer steht zum Verkauf. Großes Interesse an dem Objekt zeigt Hans Kurylas aus Sachsenhausen. Er will in dem Gebäude ein Schulungszentrum einrichten, in dem syrische Flüchtlinge unterrichtet werden sollen. Fotos: Kobbe/Archiv

Korbach - Meineringhausen - Das Gasthaus Kalhöfer in Meineringhausen steht zum Verkauf. Hans Kurylas aus Sachsenhausen will es erwerben und dort ein Schulungszentrum einrichten.

„Wohnhaus mit großem Saal und Nebengebäuden. Insgesamt stehen 30 Räume mit einer Wohn- und Nutzfläche von zirka 614 Quadratmetern zur Verfügung“, heißt es auf der Internetseite der Maklergesellschaft. Als Kaufpreis werden 99 000 Euro angegeben.

Seit etwa vier Jahren wird das Gasthaus an der Sachsenhäuser Straße nicht mehr als solches betrieben. Ein Festsaal und eine Kegelbahn im Keller gehören mit zu dem anfangs des 20.Jahrhunderts errichteten Gebäude, an dem der 72-jährige Hans Kurylas großes Interesse zeigt. „Mein Plan ist, dort ein Schulungszentrum für Flüchtlinge, vorzugsweise aus Syrien, einzurichten“, erklärt Kurylas gegenüber der WLZ. Meist handele es sich bei den Bürgerkriegsflüchtlingen um gut ausgebildete Führungskräfte. Sie sollen durch den Unterricht (Schwerpunkt: Sprache und interkulturelle Bildung) in die Lage versetzt werden, „am Wiederaufbau ihrer Heimat Syrien qualifiziert teilzunehmen“, skizziert Kurylas das Vorhaben in einem Brief an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Hans Kurylas, Jahrgang 1941, ist nach eigenen Angaben seit nunmehr vier Jahrzehnten in der Entwicklungshilfe weltweit tätig. Er arbeitete unter anderem für die Europäische Union, politische Stiftungen, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit oder die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO. Erfahrungen in der Bildungsarbeit mit Flüchtlingen habe er unter anderem Mitte der 90er-Jahre gesammelt. Zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit bildete er Spätaussiedler zu GUS-Managern aus, „insgesamt etwa 100 Männer und Frauen“, wie der Diplom-Ingenieur berichtet.

Bei der beabsichtigten Umwidmung des Gebäudes seien vor allem Brandschutzauflagen zu beachten. Der Aufwand werde aber geringer, wenn die Stadt, wie angekündigt, das von ihr bereits erworbene Nachbargebäude abreißen lässt. Für die seit Langem leer stehende alte Schule komme wegen des desolaten Gebäudezustands keine Sanierung zu vertretbaren Kosten in Frage, hatte Bürgermeister Klaus Friedrich jüngst im Haupt- und Finanzausschuss erklärt.

Der Kaufvertrag ist noch nicht unter Dach und Fach. Zum Stand der Verhandlungen sagt Kurylas: „Wir erwerben gerade.“ Er rechnet damit, dass die erforderlichen Investitionen in etwa das Doppelte des Kaufpreises betragen werden. Dafür wolle er Zuschüsse aus Förderprogrammen akquirieren und „Geldgeber aus Wiesbaden, Berlin und Brüssel“ ermutigen, „im ländlichen Raum des Landkreises Waldeck-Frankenberg zu investieren“.

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