Neue Stücke der Korbacher Freilichtbühne haben am 19. Juli Premiere

Schwarzer Abt und mutiger Löwenkönig

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Viele aufwendige Kostüme machen „Simba, König der Tiere“ zum besonderen Erlebnis.Fotos: Lutz Benseler

Korbach - Die Proben sind in der heißen Phase: In gut einem Monat feiert die Freilichtbühne Korbach Premiere mit dem „schwarzen Abt“ und dem Kinderstück „Simba, König der Tiere“.

Nur ein einziger Schuss, aber zwei Morde: „Die Nachbarn werden diesmal geschont“, feixt Regisseurin Sabine Lessing. Die Nerven der Zuschauer kitzelt das Abendstück der Freilichtbühne dafür umso mehr: Bis zur letzten Minute soll sie der „schwarze Abt“ in Atem halten. Als kultigen 60er-Jahre-Krimi mit „Blacky“ Fuchsberger und Eddi Arent werden wohl die meisten den Klassiker von Edgar Wallace in Erinnerung haben. Aber auch in der von Matthias Hain bearbeiteten Bühnenversion verspricht das Stück eine gute Portion Spannung, die sich erst beim bizarren Finale mit einer großen Überraschung auflöst. „Bis zum Ende bleibt unklar, wer es war und wie sich die Figuren zueinander verhalten“, sagt Lessing.

Noch ist es gut einen Monat hin bis zur Premiere, die Schauspieler stecken aber schon mitten in der heißen Phase der Proben. Und auch die Kulisse für das Abendstück steht in ihren Grundzügen: Die zur Ruine verfallene Abtei der Grafschaft Chelfordshire nebst Gespenst und angeblich dort verstecktem sagenhaften Schatz dominiert das Geschehen und die Bühne im Schießhagen.

Und das sind die Zutaten, aus denen Edgar Wallace seinen Krimi schuf: die Familie Chelford, die auf Fossaway-Castle ein tragisches Familiengeheimnis hütet; ein spielsüchtiger Rechtsanwalt und Notar, der nicht nur sein eigenes, sondern auch das gesamte Vermögen seiner Nichte beim Pferderennen und in dubiosen Geldanlagen verloren hat und deshalb erpresst wird; eine zarte Romanze und zwei Morde. Obendrein eine mysteriöse Gestalt, die, eingehüllt in eine schwarze Kutte und ohne ein Geräusch von sich zu geben, durch das alte Gemäuer streift.

Ein Stück weiter links neben der Abtei ragt der imposante Felsen des Königs der Löwen in die Höhe - oder vielmehr der Rohbau aus grob gezimmerten Brettern. Bis Simba von hier aus über sein Königreich blicken kann, wird es noch ein paar Tage dauern. Das von Werner Schwager inszenierte Kinderstück ist nicht nur in Sachen Kulisse aufwendig: Rund 50 Darsteller schlüpfen ins Fell der afrikanischen Tierwelt rund um den Löwenkönig. Die Hauptdarsteller sind dabei besonders gefordert: Sie müssen nicht nur schauspielern, sondern auch singen, tanzen und kämpfen. „Die müssen richtig Arbeit hineinstecken“, sagt Sabine Lessing.

Disney-Film und Musical haben die Geschichte des Stücks weltberühmt gemacht: Am Anfang steht Simba, ein übermütiger kleiner Löwenjunge, dessen sehnlichster Wunsch darin besteht, so mutig und stark zu sein wie sein Vater Mufasa. Als König der Löwen herrscht Mufasa über das „geweihte Land“. Seinem verschlagenen Bruder Scar sind er und Thronfolger Simba ein Dorn im Auge. Um selbst an die Macht zu kommen, setzt Scar mithilfe der schrägen Hyänen einen grausamen Plan in die Tat um - Mufasa stirbt, Simba flieht, und Scar sieht sich als neuer König am Ziel. Wird Simba das Königreich von der Tyrannei seines bösen Onkels befreien können?

Als Bonus lockt die Freilichtbühne an zwei Tagen mit einer „afrikanischen Nacht“ zusätzlich zum Stück: Bei einem unterhaltsamen Vorprogramm und einem afrikanischen Imbiss können sich die Zuschauer am 16. und 30. August ab 18.30 Uhr auf „Simba“ einstimmen. Der Eintritt kostet 22,50 Euro, eine Voranmeldung ist notwendig. Anmeldeschluss ist jeweils eine Woche vor dem Abend am 9. und 23. August. Wer an diesem Tag nur das Stück sehen und nicht an der afrikanischen Nacht teilnehmen möchte, kann das zum regulären Preis tun.

Karten gibt es beim Bürgerbüro der Stadt Korbach, Telefon 05631/53232. Der Eintritt kostet 9 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder, Jugendliche und Studenten. Weitere Infos unter www.flb-korbach.de.

Die Termine im Überblick:

Simba – König der Tiere: Samstag, 19. Juli, 15.30 Uhr; Samstag, 26. Juli, 15 Uhr; Sonntag, 27. Juli, 14 Uhr. – Spielpause – Mittwoch, 13. August, 20 Uhr; Samstag, 16. August, 20.30 Uhr; Sonntag, 17. August, 14 Uhr; Samstag, 23. August, 15.30 Uhr; Sonntag, 24. August, 14 Uhr; Mittwoch, 27. August, 20 Uhr; Samstag, 30. August, 20.30 Uhr; Sonntag, 31. August, 14 Uhr; Sonntag, 7. September, ?14 Uhr.

Der schwarze Abt: Samstag, 19. Juli, 20 Uhr; Samstag, 26. Juli, 20 Uhr; Sonntag, 27. Juli, 18 Uhr. – Spielpause – Freitag, 15. August, 20 Uhr; Sonntag, 17. August, 18 Uhr; Mittwoch, 20. August, 20 Uhr; Samstag, 23. August, 20 Uhr; Sonntag, 24. August, 18 Uhr; Freitag, 29. August, 20 Uhr; Sonntag, 31. August, 18 Uhr; Mittwoch, 3. September, 20 Uhr; Samstag, 6. September, 20 Uhr.

Von Lutz Benseler

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