Adorf

Schwarzes Schaf weckt Lust am Lesen

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- Diemelsee-Adorf (nv). Beim (Vor-)Lesen entstehen fantastische Geschichten im Kopf: Zusammen mit dem kleinen, schwarzen Schaf Olinka, das Freunde und damit das Glück sucht, fördert Dekanin Eva Brinke-Kriebel am Vorlesetag die Fantasie der Adorfer Kindergartenkinder.

„Ich freue mich, bei euch zu sein und euch ein schönes Buch vorzulesen“, begrüßt Eva Brinke-Kriebel die Mädchen und Jungen der evangelischen Kindertagesstätte „Saraphe“. Die „Stöpsel“– wie die Kinder, die im nächsten Jahr die Schule besuchen, in Adorf liebevoll genannt werden – suchen sich aufgeregt einen Platz in der Bücherei.

Ob auf dem kuscheligen Sofa oder auf Sitzkissen drumherum – dicht scharen sie sich um die Korbacherin, damit ihnen nichts entgeht. Schon die kurze Vorstellung zeigt, wie gern Eva Brinke-Kriebel mit Kindern arbeitet. „Ich wohne in Korbach neben der großen Kirche. Dort mache ich manchmal Gottesdienst und kümmere mich um die Pfarrer“, erzählt sie und fragt: „Kennt jemand von euch den Adorfer Pfarrer oder die Pfarrerin?“ Stille. Die Kinder überlegen. „Klar, das sind doch der Papa und die Mama von Michael“, fällt es einem Mädchen plötzlich ein. „Ja, und in Flechtdorf sind es die Eltern von Luna“, freut sich eine kleine Flechtdorferin über ihr Wissen. Zuhören und lernen

Als Eva Brinke-Kriebel das Buch mit dem kleinen schwarzen Schaf und dem Schriftzug „Ein Schaf im Glück“ auf dem Titel hervorholt, rücken die neugierigen Kinder noch näher heran. „Von Weitem gleicht die Schafherde einer weißen Wolke vor grünem Himmel . . .“, beginnt die Pfarrerin vorzulesen. Bei der Präsentation des ersten Bildes fällt den Kindern aber sofort auf, dass es dort auch ein kleines Schaf gibt, das anders ist. Olinka ist ein schwarzes Schaf und deshalb will niemand aus der Herde mit ihr spielen. „Olinka ist traurig, so traurig, wie eine kleines Schaf nur sein kann“, liest Eva Brinke-Kriebel weiter.

Auf der folgenden Suche nach anderen Freunden erlebt Olinka Freude und Enttäuschung: Sie trifft Kühe, die mit ihr „Blinde Kuh“ spielen, und Hühner, die ihr „Alle Vögel fliegen hoch“ zeigen. Die Pferde wiederum wollen nicht mit ihr Bockspringen, obwohl es unter ihnen auch schwarze und weiße gibt. Trotz allen Frusts ist Olinka am Ende der Geschichte ein Schaf im Glück. Mit Hilfe der neu erlernten Kinderspiele, deren Regeln Eva Brinke-Kriebel den Kindern erklärt, macht Olinka auf sich aufmerksam. Plötzlich wollen alle weißen Schafe mit ihr spielen und erkennen, dass ein schwarzes Schaf ihre Herde bereichert.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 19. November.

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