Jana und Anica Richter sind „Kohlhiesels Töchter“ auf der Korbacher Freilichtbühne

Schwestern auf der Bühne und im Leben

Korbach - Auf der Bühne wie im wahren Leben Schwestern: Als Kohlhiesels Töchter sorgen Jana (25) und Anica Richter (21) auf der Korbacher Freilichtbühne für den Theaterspaß des Sommers.

Bei Richters zu Hause sind die Rollen klar verteilt: Jana war schon immer die etwas lautere und Anica die introvertiertere. Und auch auf der Bühne geben die beiden Korbacherinnen die ungleichen Schwestern: Jana spielt – na, klar – Susi, die derbe und grantige Tochter von Gastwirt Zacharias Kohlhiesel, und Anica schlüpft in die Rolle von Liesel, dem charmanten und besonnenen Gegenpart. Nicht die einzige Parallele zum richtigen Leben: Bastian Thielemann, der im Stück den „Toni“ – Susis Auserwählten – gibt, ist wirklich Janas Freund. „Das macht es einfacher, sich in die Rolle einzufinden“, sieht es die 25-Jährige pragmatisch. Beide Schwestern stehen zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne und für Anica ist es sogar das Debüt: In der vergangenen Saison verkaufte sie noch Snacks und Getränke in den Pausen und lernte so das Team der Freilichtbühne kennen: „Das hatte Spaß gemacht, die Gemeinschaft war toll.“ Anica meldete sich daraufhin zum Spielerseminar an und trug sich danach in die Spielerliste für die kommende Saison ein. „Ich hatte mir vorstellen können, eine Statistenrolle zu übernehmen“, sagt die 21-Jährige. „Daraus ist dann gleich die Liesel Kohlhiesel geworden.“ Jana Richter ist schon seit 2012 bei der Freilichtbühne aktiv und hatte ihren ersten Auftritt bei „Nora Drachenbezwingerin“. Die Rolle als kratzbürstige und aufmüpfige Susi Kohlhiesel genießt sie ganz besonders: „Es ist schon cool, auf der Bühne auszurasten, mit den Gummistiefeln aufzustampfen und patzig zu sein“, lacht die Bankkauffrau, die sonst in Usseln bei der Waldecker Bank hinterm Schalter steht. „Das ist ein schöner Ausgleich.“ Anica macht beim Landkreis eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten: „Ich arbeite viel mit Gesetzen und trockenen Texten, auf der Bühne kann ich kreativ sein“, sagt sie. Dass „Kohlhiesels Töchter“ beim Publikum richtig gut ankommen, genießen beide: „Wir werden ständig auf die Rollen angesprochen. Das ist eine schöne Anerkennung für die lange Probenzeit, die dahinter steckt, das macht richtig Laune“, sagt Jana.Noch dreimal sind die Schwestern in diesem Jahr auf der Bühne im Schießhagen zu sehen (Samstag, 8. August, 20 Uhr, Sonntag, 9. August, 18 Uhr, Samstag, 15. August, 20 Uhr), dann ist die Saison zu Ende. Von Lutz Benseler

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