"Ich habe doch einen Termin" - Klinik-Geschäftsführer verteidigt Regelung

Selbacher kritisiert Parkgebühren-Regelung am Korbacher Krankenhaus

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Unverständnis: Hermann Wagener kritisiert, dass er wegen einer nicht selbst verschuldeten Wartezeit am Stadtkrankenhaus Parkgebühren zu zahlen hat. 

Korbach – Dreimal musste Hermann Wagener aus Waldeck-Selbach in den vergangenen Wochen ins Stadtkrankenhaus nach Korbach. Wegen eines Unfalls und einer Operation wurde er dort im Anschluss noch ein paar Mal ambulant untersucht.

„Ich hatte jedes Mal einen festen Termin und die Untersuchung sollte auch nicht lange dauern“, berichtet der Rentner. Allerdings sei es an zwei Terminen zu Verzögerungen gekommen. „Man sagte mir immer, dass der Arzt wegen eines Notfalls im OP gebraucht werde. Für mich war das Warten auf meine Behandlung jedoch damit verbunden, dass ich mein Auto länger als eine halbe Stunde auf dem Parkplatz lassen musste. Unterm Strich musste ich dann Parkgebühren zahlen, einmal 2,50 Euro und einmal einen Euro.“ Dies sei nicht in Ordnung gewesen. Ich hatte schließlich einen Termin und kann nichts dafür, wenn sich meine Untersuchung verzögert“, sagt der Selbacher, der selbst die WLZ kontaktierte und seine Kritik schilderte.

Parkgebühren-Regelung: So sehen die Tarife am Stadtkrankenhaus aus.

Unsere Zeitung sprach daraufhin mit dem neuen Stadtkrankenhaus-Geschäftsführer Sassan Pur. Er sagte, dass die Parkgebührenregelung noch vor seinem Job-Antritt in Korbach eingeführt worden sei. „Ich hätte das aber ganz genauso gemacht“, stellt er im gleichen Atemzug fest. „Parkgebühren an Krankenhäusern sind Normalität. Preislich liegen wir in Korbach im Mittelfeld. Das Geld aus der Bewirtschaftung – rund 150 000 Euro pro Jahr – ist über den Haushalt des Stadtkrankenhauses für das Personal vorgesehen. Es wird dafür verwendet, um Pflegekräfte und Ärzte zu bezahlen.“

Auf den Fall des Selbachers angesprochen, sagt der Geschäftsführer. „Wenn sich eine Untersuchung hinzieht, weil unser Personal wegen eines Notfalls woanders gebraucht wird, ist die Situation so wie von dem Herrn beschrieben. Patienten, die keine Akut-Fälle sind und nach Terminvereinbarung untersucht oder behandelt werden, müssen warten.“ Letztlich könne dies zwar dazu führen, dass Parkgebühren gezahlt werden müssen. „Doch jeder Patient, der als Notfall eingeliefert wird, wird sich sicherlich auch wünschen, vorrangig behandelt zu werden“, sagt Sassan Pur.

Sassan Pur Geschäftsführer im Stadtkrankenhaus Korbach

Genauso sei es, wenn ein Patient noch selbst mit dem Auto zum Krankenhaus gefahren sei, sich auf den kostenpflichtigen Parkplatz gestellt habe, wegen der Schwere einer Krankheit oder Verletzung jedoch länger bleiben müsse als geplant. „Dann muss auch er wie alle anderen Parkgebühren zahlen. Im schlimmsten Fall sind es 20 Euro, wenn er fünf Tage bleiben muss. Danach ist das Parken kostenfrei.“

Ähnlich sei es auch bei Besuchern. „Wer einen Patienten besucht und länger als eine halbe Stunde bleibt, muss Parkgebühren zahlen“, sagt Sassan Pur.

Direkt vor dem Haupteingang gelten klare Regeln

Was den Bereich unmittelbar vor dem Haupteingang des Krankenhauses angeht, sagt Sassan Pur: „Dort ist es nur erlaubt, zu halten, um jemanden abzusetzen oder einsteigen zu lassen. Schließlich befindet sich dort eine Feuerwehrzufahrt. Wir sind vom Gesetzgeber verpflichtet, diesen Bereich freizugänglich zu halten und müssten zur Not das Fahrzeug kostenpflichtig abschleppen lassen. Dafür bitte ich um Verständnis.“ 

Auf die Frage, was für Patienten gelte, die direkt an den Haupteingang fahren, um dort eine schnelle notärztliche Behandlung zu erhalten, sagt der Geschäftsführer: „Wer selber von zu Hause ans Krankenhaus fahren kann, um die Notfallaufnahme aufzusuchen, kann auch auf dem Parkplatz parken.“ Wenn jemand einen Angehörigen zur Notfallaufnahme bringe, was eine Ausnahme sei, müsse die Zufahrt auch kurzfristig wieder frei gemacht werden. 

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