Carla Friedwald hat ein Jahr lange eine Schule in Kanada besucht und viel gelernt

Selbständiger in ein neues, altes Leben

Lichtenfels-Fürstenberg - Die kanadische Halbwüste hat sie verlassen, ist wieder im üppigen Grün des Waldecker Landes angekommen: Die Fürstenbergerin Carla Friedwald hat ein Jahr lang in Kanadas Westen eine Schule besucht. Ihr Fazit: „Durchweg positiv“.

Als die 16-jährige Schülerin der Alten Landesschule in Korbach ihr Zuhause vor einem Jahr verließ, um in Kanada eine Schule zu besuchen, wusste sie gar nicht, was auf sie zukommt. Inzwischen hat sie viel erlebt, viele neue Eindrücke gewonnen, viel gelernt - und bereut das Jahr im Ausland keine Sekunde.

Von August 2012 bis Ende Juli 2013 lebte Carla Friedewald aus Fürstenberg als Austauschschülerin in der westkanadischen Stadt Kamloops bei ihrer 55-jährigen Gastmutter sowie den 16 und 21 Jahre alten Gastbrüdern. Sie besuchte dort die „South Kamloops Secondary School“ mit 1800 Schülern. Sport und gemeinsame Aktivitäten, die das Miteinander und das Selbstbewusstsein fördern, spielten eine große Rolle an ihrer Schule - und das ist auch etwas, das sie in bester Erinnerung hat. Gefallen hat ihr auch, dass die Schule einen lebendigen „schoolspirit“ hatte und durch lebendige Kurse und Nachmittagsangebote zu einem Teil ihres Lebens wurde, das sie genoss. Auch sei es fast an der Regel, dass Schüler ehrenamtlich für soziale Projekte arbeiten - so habe sie mit ihren Mitschülern für Obdachlose gekocht, den Zaun des Frauenhauses gestrichen und Straßen gesäubert.

„In Kanada ist das Leben entspannter, auch an den Schulen. Gleichwohl gibt es weniger staatlich organisierte Sozialstrukturen. So wird in der Schule weniger gesiebt, dafür sind die Studiengebühren an den Unis aber hoch - während das Studium in Deutschland frei ist, dafür in den Schulen aber mehr gesiebt wird“, zieht sie Vergleiche. „Ganz neu war für mich auch, sich in der Schule nur auf vier Fächer konzentrieren zu müssen und die typisch kanadischen Sportarten zu lernen und regelmäßig zu trainieren - Rugby, American Football und Lacrosse - die es bei uns kaum gibt“, erklärt die Schülerin, sie sei durch den Unterricht, positiv eingestimmte Lehrer und all die Aktivitäten selbständiger und selbstbewusster geworden, haben viele neue Freunde gewonnen. Gleichwohl freut sie sich, wieder zu Hause in Deutschland zu sein - um richtig anzukommen, sei sie erst mal drei Tage mit Rucksack und Zelt den Kellerwaldsteig gewandert.

Sie verließ die ALS zum Ende der 9. Klasse und beginnt den Unterricht dort wieder am 19. August in der 11. Klasse. „Ich habe eine zwölfwöchige Probephase - schaffe ich es mitzukommen, ist es gut; wird es zu schwierig, wechsele ich in die 10. Klasse zurück und es ist auch gut“, erklärt die resolute Lichtenfelserin. Eines ihrer neuen Hauptfächer an der ALS wird neben Politik und Wirtschaft Englisch sein - „natürlich, was sonst“, sagt sie und lacht.

Schüler, die ein Jahr im Ausland verbringen möchten, können sich im Internet unter www.weltweiser.de einen Überblick verschaffen. Carla Friedewald erhielt ein Teil-Stipendium von einer Schüleraustausch-Organisation, das immerhin das Schulgeld finanzierte. Als Erinnerung mitgebracht hat sie ihre Kanada-Fahne, auf der sich ihre Schulkameraden und Freunde mit ihren Unterschriften verewigt haben. Die bekommt in ihren Zimmer einen Ehrenplatz.

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