Interessierte fahren Hunderte Kilometer, um Vogel zu sehen und zu hören

„Ornithologische Sensation“ in Korbach: Grünlaubsänger gesichtet

+
Ein Grünlaubsänger , eigentlich in der Taiga beheimatet, ist mehrfach in Korbach gesichtet worden.

Korbach – Als „ornithologische Sensation“ beschreibt der NABU Hessen eine Vogelsichtung in Korbach. Dort wurde ein Grünlaubsänger gesichtet – zum ersten Mal überhaupt in Hessen.

Der Grünlaubsänger ist sonst hauptsächlich in der Taiga beheimatet.

Für Maik Sommerhage ist klar: Der Vogel hat sich verirrt. Auch wenn Vögel beeindruckende Sinnesleistungen aufweisen würden, so komme das doch immer mal wieder vor, sagt der Vogelschutz-Referent des NABU.

Gerade auf den Nordseeinseln gebe es immer mal Sichtungen, auf Helgoland beispielsweise. Das Verbreitungsgebiet des Grünlaubsängers erstreckt sich vom Osten Sibiriens bis nach Nordost-Europa. In der Vergangenheit ist eine Areal-Ausweitung nach Westen festgestellt worden, sagt Sommerhage. „Ob das am Klimawandel liegt, sei dahingestellt.“

Dass ein Exemplar nun mitten in Korbach im Garten der Jugendherberge sitzt, hat Ornithologen-Fans begeistert. Mehr als 20 Interessierte seien bislang nach Korbach gefahren, um den Vogel zu sehen und vor allem auch zu hören.

Nur von Experten identifizierbar

Sein Gesang ist ein besonderes Erkennungszeichen. Der Vogel selbst sei eher unscheinbar und werde nur von Experten erkannt, er könne leicht verwechselt werden.

Seit einigen Tagen nun ist der Grünlaubsänger bereits zu Gast in der Kreisstadt und singt.

Damit, so Maik Sommerhage, versucht er, ein Weibchen anzulocken. Viel Glück werde er dabei aber nicht haben, vermutet er. In einigen Tagen werde das Tier wohl weitergeflogen sein.

Ob der Vogel den Weg zurück in seine Heimat findet, ist unklar. Geeignete Minisender gebe es noch nicht, um das verfolgen zu können. Möglicherweise schaffe es das Männchen aber auch, sich zu paaren und Nachwuchs zu bekommen. Das sei aber bislang nur Spekulation, so Sommerhage.

Auf der Internetseite www.ornitho.de ist die Entdeckung bereits mehrfach gemeldet worden. Neben einigen Fotos ist dort auch eine Audiodatei hinterlegt, um den Gesang zu hören. Dann müssen Vogelfreunde nicht eigens nach Korbach fahren, um den Grünlaubsänger zu hören.

Bisher waren Interessierte sogar aus Göttingen und dem Frankfurter Raum nach Korbach gekommen – „und da muss man dann auch nach dem ökologischen Fußabdruck fragen“. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare