Ehrenamtliche in Korbach und Umgebung unterstützen ältere Menschen im Alltag

Seniorenbegleiter schenken Freude

+
Seniorenbegleiter werden geschult und besuchen auch Fachbetriebe, um sich zu informieren. So gaben die Orthopädiemechanikermeister Dennis Köchling und Dieter Arend (v. l.) im Friedhoff-Servicecenter in Korbach den Seniorenbegleitern einen Überblick über Hilfsmittel für kranke und ältere Menschen.

Korbach - Zum Arzt begleiten, ein gutes Gespräch führen, spazieren gehen: Seniorenbegleiter schenken älteren Menschen ihre Zeit und damit mehr Lebensfreude - ehren-amtlich und auch im Waldecker Land.

Wer alt ist und allein lebt, möglicherweise auch noch mit Krankheiten zu kämpfen hat, der ist für ein wenig Gesellschaft und Unterstützung im Alltag dankbar. Diese Erfahrung machen die Seniorenbegleiter, die seit vergangenem Sommer älteren Menschen in Korbach und dem Waldecker Land für zwei bis drei Stunden in der Woche ihre Zeit schenken. Pflege oder Arbeiten im Haushalt übernehmen sie nicht - da gibt es andere Hilfsangebote. Vielmehr besuchen Seniorenbegleiter alte Menschen auf deren Anfrage, um mit ihnen spazieren zu gehen, sie zum Arzt oder einer Veranstaltung zu begleiten, um ihnen zuzu-hören, vorzulesen oder einfach nur für sie da zu sein. „Der Einsatz ist dabei so vielfältig und individuell wie die Wünsche der Senioren“, weiß Elisabeth Dornseiff von der Caritas-Konferenz der katholischen Kirchengemeinde St. Marien in Korbach. Die Caritas-Konferenz und das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Korbach-Bad Arolsen, tragen das Projekt, das Ingrid Deutsch vom DRK und Elisabeth Dornseiff von der Caritas-Konferenz im Sommer vergan- genen Jahres ins Leben riefen.

„Mit dem Projekt soll der Vereinsamung der Menschen begegnet werden, in dem ihnen Zeit, Aufmerksamkeit und damit Lebensfreude geschenkt wird“, erklärt Elisabeth Dornseiff, denn die Zahl der Senioren nehme zu, die traditionel- len familiären Beziehungen würden für eine Betreuung häufig nicht ausreichen.

Interesse und Geduld

Wer helfen möchte und wer Hilfe sucht, kann sich beim DRK oder der Caritas-Konferenz melden und wird entsprechend vermittelt. Seniorenbegleiter kann jeder werden, der Freude am Kontakt mit älteren Menschen hat und sich vorstellen kann, sie einmal in der Woche für zwei bis drei Stunden zu Hause zu begleiten. Besondere Vorkenntnisse seien nicht erforderlich - Interesse, Geduld, Einfühlungsvermögen und Toleranz gegen- über unterschiedlichen Lebensweisen sind allerdings Voraussetzung. „Manche Begleiter haben nur im 14-tägigen Rhythmus einige Stunden Zeit, andere mehrmals in der Woche - auch das ist individuell und wird von uns berücksichtigt“, erklären Elisabeth Dornseiff und Alice Lessing, Koordinatorin für Caritas im Dekanat Waldeck.

Dabei ist Freude, die Seniorenbegleiter schenken, keine Einbahnstraße: Welch bereichernde Aufgabe es ist und welcher Gewinn für beide Seiten, weiß Almut Speyer-Tietz. Die engagierte Frau betreut bereits den Krankenhaus-Besuchsdienst und arbeitet im Hospiz, lehrt einem jungen Mann im Treffpunkt Lesen und Schreiben, und ist nun auch als Senio- renbegleiterin im Einsatz. Ihre Erfahrung zeigt, dass sie mit ihrer Tätigkeit Licht in den Alltag der Menschen bringe, „den wohl nur ein ehrenamtlicher Einsatz mitbringen kann“. Geleitet von dem Taufspruch aus der Bibel „Ich will Dich seg- nen und Du sollst ein Segen sein“, versucht sie, den Menschen Freude zu bereiten.

Zeit sinnvoll verbringen

„Es macht mir aber auch selbst einfach viel Freude, und dann nimmt man sich die Zeit einfach“, erklärt sie. Lange Zeit pflegte sie ihren blinden Mann, „und nun, da ich Rentnerin bin und mehr Zeit habe, möchte ich mein Wissen weiter einbringen und meine Zeit sinnvoll verbringen“, betont sie.

Wer ehrenamtlich Seniorenbegleiter werden möchte, dem wird eine Schulung geboten: Das nächste Seminar findet am Samstag, 29. März, von 10 bis 17.30 Uhr im katholischen Pfarrheim, Große Allee 29 in Bad Arolsen, statt. Thematisiert werden „Alt werden und alt sein in unserer Gesellschaft“, „Hilfen im Alter“, „Alterserkrankungen“, „Beschäftigungsmöglichkeiten und Anregungen im Alltag“ sowie Kommunikationsübungen.

Wer Interesse hat, Seniorenbegleiter zu werden, kann sich an Ingrid Deutsch beim DRK in Korbach unter Telefon 05631/959939 oder an Elisabeth Dornseiff von der Caritas-Konferenz der katholischen Kirchengemeinden St. Marien in Korbach unter Telefon 05631/3213 wenden.

Wer hingegen gern einen Seniorenbegleiter in Anspruch nehmen möchte, meldet sich bitte unter der Rufnummer 0175-9750170.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare