16 Männer und zwei Frauen bestehen Prüfung zum Industriemeister

„Setzen Sie Ihr Wissen in die Praxis um“

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Korbach - „Sie haben die Karriere mit Lehre gut umgesetzt“, betont Dr. Wilhelm Hirschmann von der Industrie- und Handelskammer Kassel gestern in Korbach. Zusammen mit Vertretern der Fachschule für Technik in Kassel spricht er 18 „Industriemeister Kunststoff / Kautschuk“ frei. V

Wie stolz die 16 Männer und zwei Frauen (siehe Kasten) auf ihren Abschluss sind, zeigt sich beim ersten Blick in die Aula der Beruflichen Schulen in der Klosterstraße. Freudig lächelnd warten die frischgebackenen Meister mit ihren Angehörigen darauf, Urkunde und Zeugnis endlich in Händen halten zu dürfen.

Für Hirschmann, der die Glückwünsche der IHK überbringt, dokumentiert die Urkunde allerdings nicht nur die guten Leistungen in den zahlreichen Prüfungen, sondern zugleich die erfolgreiche Koordination zwischen „Arbeitszeit, Lernzeit, Familie und Freizeit“.

Der Meisterkurs, der hessenweit nur in Korbach angeboten wird, läuft berufsbegleitend.

Den Vergleich nicht scheuen

„Mein Dank gilt den Mitgliedern des Prüfungsausschusses sowie den Unternehmen, die Sie alle unterstützt haben“, betont Hirschmann. 14 der 18 Absolventen arbeiten bei Continental in Korbach. Zu ihnen gehört auch die Prüfungsbeste Catharina Merten, die eine zusätzliche Urkunde sowie einen Buchpreis bekommt. Mit ihrem Ergebnis hat sie gute Chancen, auch bei der Landesbestenehrung in Wiesbaden vorn zu sein.

Für die Zukunft wünscht Hirschmann allen 18 Meistern Verantwortungsgefühl und Gerechtigkeitssinn. Zugleich weist er auf eine neue Herausforderung hin:

2013 werden Bildungsabschlüsse „vom Angelernten bis zum Professor“ nach Angaben des IHK-Experten europaweit einheitlich eingeordnet. Der Industriemeister werde auf eine Stufe mit Bachelor-Studiengängen und somit akademischen Abschlüssen gestellt. „Das ist eine tolle Sache“, hebt Hirschmann hervor, räumt aber zugleich ein, dass die Abschlüsse damit zwar gleichartig, aber nicht gleichwertig seien.

Während Industriemeister sich meist nach Ausbildung und Gesellenzeit berufsbegleitend weiterbilden, besuchen Bachelor-Studenten in der Regel direkt nach dem Abitur die Hochschule und absolvieren Praktika. „Sie müssen den Wert Ihres Abschlusses für sich anerkennen und dann können Sie stolz und ruhig in die berufliche Zukunft blicken“, motiviert Hirschmann.

„Wissen ist erste Sahne“

Wie umfangreich die Weiterbildung zum Industriemeister Kunststoff / Kautschuk ist, verdeutlicht Alexander Schabowicz, der dem Prüfungsausschuss vorsteht:

Der Meisterkurs gliedert sich in drei Bereiche:

- den Ausbildereignungsschein l?den fächerübergreifenden Teil: Zu dieser bundesweit einheitlichen Prüfung gehören zum Beispiel Bausteine wie Recht und Zusammenarbeit im Betrieb.

- den fachspezifischen Teil: Elemente sind beispielsweise Betriebstechnik, Mathematik sowie Kunststoff- oder Kautschukverarbeitung.

„Die Freude, dass alle bestanden haben und die Ergebnisse ansehnlich sind, ist groß“, fasst der Dozent der Fachschul-Außenstelle Korbach zusammen. Hirschmanns und Schabowicz’ Glückwünschen schließt sich Jürgen Hupfeld, Leiter der Fachschule für Technik, an: „Sie haben hier ein Wissen vermittelt bekommen, das erste Sahne ist. Egal, was sich Politik und Industrie ausdenken, geben Sie nichts darauf. Es kommt allein auf Sie an. Mehren Sie Ihr Wissen und setzen Sie es in die Praxis um.“

Hintergrund

16 Männer und zwei Frauen zeichneten die Vertreter der Fachschule für Technik Kassel sowie der Industrie- und Handelskammer Kassel in Korbach als Industriemeister Kunststoff / Kautschuk mit Urkunden aus:

Ute Beckmann (Continental, Korbach), Joachim Euler (Alit, Schwalmstadt-Ziegenhain), Alexander Golder, Jens Heinemann, Daniel Kallabinski, Daniel Kloss, Oliver Kranz, Daniel Kuhn, Eugen Maar, Catharina Merten, Kai Mohr, Tobias Pillkahn, Kilian Raeggel (alle Continental), Sergej Sautner (Almo, Bad Arolsen), Dominik Schmitt (Hettich, Frankenberg), Patrick Schneider (Metak, Burgwald), Christoph Schultze und Sascha Wirwahn (beide Continental).(nv)

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