Parodist Jörg Knör im Interview vor seiner Show in Korbach

Showmaster statt Imitator

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Jörg Knör verspricht eine Show mit Parodie, Musik und Publikumsnähe.Foto: pr

Korbach - Jörg Knör tritt Samstag in der Stadthalle auf. Über die Kunst des Parodierens, wie daraus gute Unterhaltung wird und die Gründe, warum er kein Stimmenimitator ist, spricht er mit WLZ-FZ-Volontär Wilhelm Figge.

Herr Knör, bei jemandem, der Stimmen nachmacht, stellt sich die Frage: Wer wird am Samstag die Gäste in der Korbacher Stadthalle begrüßen?

(lacht) In erster Linie Jörg Knör. Das richtige Verb ist übrigens „parodieren“. Ein Nachmacher bin ich ja nicht, sondern ein Vormacher. Ich sag es gleich zu Anfang: Wer meine Show gesehen hat, würde auf dieses Wort nicht kommen und noch viel weniger auf „Imitator“. Ich mache Menschen nicht einfach nach, sondern ich erzähle Geschichten. Was ich da auf der Bühne mache ist, was in Deutschland relativ selten ist: Entertainment. Das heißt, mit allen Talenten Menschen zwei Stunden lang gute Laune zu machen.

Wen haben Sie für ihre Show ausgewählt?

Es sind immer nur die Prominenten, mit denen es aktuell was gibt. Es kommt keiner vor, nur weil ich ihn im Repertoire hab, es kommt auch keine Inge Meysel vor - es sei denn, das Publikum wünscht sie. Grade hat das Supertalent gestartet, also sind Dieter Bohlen und Bruce Darnell dabei. Dann gibt es eine Nachbetrachtung auf das peinlichste Erlebnis-Fernsehen, dieses Big Brother. Es gibt sehr viele musikalische Geschichten: Udo Jürgens beschwert sich aus dem Himmel bei Wolfgang Joop; beim Tauschkonzert singen Howard Carpendale, Udo Lindenberg und Otto ein Lied von den Toten Hosen. Gerhard Schröder erzählt was über Putin und Helmut Schmidt greift doch wieder zur Zigarette, weil er es darf.

Entsinnen Sie sich zurück: Wer war der erste Mensch, den sie parodiert haben?

Das war 1972 Gilbert Bécaud.

Jüngeren Menschen im Publikum wird dieser Name vielleicht nichts sagen.

Was, Gilbert Bécaud? Ist ein französischer Chansonnier. Ich freu mich natürlich über Zuschauer unter 30. Das, was sie nicht kennen, googeln sie hinterher und schreiben dann auf Facebook „Das war ja wirklich richtig klasse“. Die Qualität, die meine Parodien haben, kann man nur ermessen, wenn man das Original kennt.

Sie parodieren viele Sänger. Ist das Singen in fremden Stimmen etwas anderes als das Sprechen?

Von der Sache her ist es nichts anderes. Das ist als wenn man mit dem Auto vorwärts oder rückwärts fährt. Ich will betonen, dass es mehr gibt als das, was so vordergründig als Jörg Knör erscheint - der, der halt ganz viele Prominente auf der Bühne erscheinen lässt. Bei meiner letzten Show ist eine Stunde komplett neu zusammengekommen, da ich mit den Leuten einen spontanen Dialog geführt habe. Die Show ist keine geschriebene Geschichte, sondern hat ganz viel Platz für Interaktion. Musik ist immer etwas, das den Menschen emotionalisiert. Wenn man es kann, bringt Musik Leute wieder in Schwung als Abwechslung zu den Wortnummern.

Was können die Korbacher am Samstag erwarten?

Dass ich mich mit Korbach beschäftige. Bei den letzten Gastspielen habe ich am Anfang fünf Minuten an sehr lokalen Dingen zusammengebracht. In Weinheim waren es die vielen Kreisverkehre, in Hemsbach habe ich den Bürgermeister als Meister Proper besungen. Es werden auf jeden Fall fünf Minuten Korbach vorkommen.

Jörg Knör tritt Samstag um 20 Uhr in der Korbacher Stadthalle auf. Der Einlass beginnt eine halbe Stunde zuvor. An der Abendkasse kosten Karten je nach Position 24, 27 oder 30 Euro. Für 21,90, 25,20 und 28,50 Euro gibt es Tickets im Bürgerbüro des Rathauses, in der Buchhandlung Schreiber sowie in der Geschäftsstelle der Waldeckischen Landeszeitung, telefonisch unter 0180/6050400.

Das vollständige Interview lesen Sie in der WLZ oder im E-Paper.

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