Korbach

Sicherheit für Jugendliche und Eltern

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- Korbach (resa). Ein Modellversuch mit Erfolgsgeschichte ist der Führerschein mit 17 Jahren. Nach vier Jahren Testphase ist das „Begleitete Fahren“ zum 1. Januar nun bundesweit als Dauermodell festgeschrieben worden. „Gut so“, findet Lavina Jäger aus Rhena. Sie kann viele positive Gründe für das Modell aufzählen.

Lavina hat Ende November ihre Führerscheinprüfung bestanden und seitdem ist die Gymnasiastin selbst am Steuer unterwegs. Allerdings nie allein. Denn das Gesetz sieht vor, dass Jugendliche unter 18 Jahren immer mit einer Begleitperson fahren. Bis zu drei Namen darf der Fahranfänger dafür festlegen. Einzige Voraussetzung: Der Beifahrer muss mindestens 30 Jahre alt sein und darf höchstens zwei Punkte in Flensburg haben. „Ich habe meine Eltern ausgewählt“, erzählt Lavina Jäger. Die kannten das Prozedere schon von ihrem Bruder.

„Wir wurden als Eltern geschult“, erinnert sich Bodo Jäger, „wir lernten, was wir auf keinen Fall tun dürften und wo wir Unterstützung leisten können.“ Ins Lenkrad greifen ist verboten, die Handbremse ziehen auch. „Aber ich bin froh, wenn ich jemanden neben mir sitzen habe, der mir im Zweifelsfall hilft“, sagt die 17-Jährige, „vor allem jetzt im Winter“. So gewinne sie an Sicherheit. Streit gebe es nur selten im Cockpit. „Manchmal beschwert sich meine Mutter, wenn ich zu schnell fahre“, sagt Lavina. Aber in den meisten Fällen seien ihre Eltern gute Beifahrer.

„Ohne neue gesetzliche Regelungen wäre der bis zum 31. Dezember befristete Modellversuch ersatzlos ausgelaufen“, erklärt Dieter Posch, hessischer Wirtschafts- und Verkehrsminister. Er lobte die neue bundesweite Vereinbarung. „Diese Regel ist als Beitrag zur Senkung des Unfallrisikos sehr zu begrüßen.“ Denn das Ziel des Modellversuchs, das überdurchschnittliche hohe Unfallrisiko von Fahrern zwischen 18 und 24 Jahren zu vermindern, sei erreicht worden.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Dienstag, 4. Januar

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