Korbacherin Silke Hartmann ist Weltenbummlerin

Einmal bis ans Ende der Welt: 21 Länder in 266 Tagen

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Silke Hartmann in der Atacama-Wüste.

Korbach – „Irgendwann mache ich mal eine Weltreise“, hat sich Silke Hartmann oft gesagt. Ein einschneidendes Ereignis hat sie wachgerüttelt und ihr bewusst gemacht, dass „irgendwann“ auch zu spät sein könnte.

Innerhalb weniger Monate hat sie schließlich eine Weltreise geplant, hat ihren Job gekündigt, ihre Wohnung vermietet und ist losgezogen.

„Ich hatte immer eine lange Liste von Orten, die ich unbedingt einmal sehen wollte,“ sagt die 37-Jährige. Ganz oben auf ihrer Liste: das Schwimmen mit Buckelwalen in Tonga im Südpazifik. „Das ist einer von zwei Orten auf der Welt, wo man mit den Walen schwimmen kann“, sagt sie. Allerdings: Die Anreise dorthin ist kompliziert und hätte allein fast eine Woche gedauert. Also strickte sie kurzerhand eine Weltreise drum herum.

In Nepal hat die 37-Jährige eine Woche lang in einem Kinderheim gewohnt.

Los ging’s am 17. Februar 2017, zunächst in den Süden Afrikas. Unter anderem in Sambia und Botswana war sie, machte mehrere Safaris, bevor es nach Nepal ging. Durch Beziehungen hatte sie für eine Woche dort eine besondere Unterkunft: in einem Kinderheim. Und das war genau das, was die gebürtige Korbacherin erleben wollte. „Es ging mir in der Hauptsache nicht um Sehenswürdigkeiten“, sagt Hartmann. Sie wollte die Menschen und deren Alltag kennenlernen.

In Bergdorf in Laos übernachtet

Und viele wollten auch die Weltreisende kennenlernen. In Myanmar beispielsweise hätten viele ein Foto mit ihr machen wollen, erinnert sie sich. Kein Wunder: Als 1,85 Meter große Frau mit heller Haut ist sie dort aufgefallen. „Das Land war lange isoliert, aber die Menschen sind sehr aufgeschlossen.“ Diese Erfahrung hat sie in fast jedem der 21 besuchten Länder gemacht, zum Beispiel in Laos. „Ich bin mit dem Motorrad durch den Norden des Landes gefahren.“ Und sie war begeistert, wie sie erzählt. 

Als sie eines Nachmittags von einem Gewitter mit heftigem Regen überrascht wurde, saß sie dort fest, die Straße war weggeschwemmt worden. In der Nähe gab es ein Bergdorf, dort fragte sie schließlich nach Unterschlupf – und bekam ihn. Eine Familie räumte sogleich ein Schlafzimmer, um Platz zu machen für den Gast, es gab Gemüse, Reis und Rührei – ein besonderes Essen. „Wir haben nicht die gleichen Sprachen gesprochen, konnten uns aber trotzdem unterhalten“, sagt Hartmann. „Laos ist mir sofort ans Herz gegangen.“

Tauchen in Tonga im Südpazifik war eines der Ziele ihrer Weltreise.

Über Thailand und Vietnam setzte sie ihre Reise fort nach Indonesien, wo sie mehrere Tage im Dschungel war, um Orang-Utans zu erleben, und weiter nach Australien, wo sie mit dem Auto durchs Outback fuhr. Über Fidschi ging es dann weiter nach Tonga. Der Auftakt dort lief alles andere als reibungslos: Das Taxi hatte sie versetzt, es regnete und „gefühlt war es das Ende der Welt“. Doch als es dann mit den Booten hinaus ging aufs Meer, fügte sich alles. „Das Wetter war toll, wir haben viele Wale gesehen und unter Wasser sogar Walgesang gehört.“ Ganz nah ist sie den riesigen Tieren beim Tauchen gekommen. Über Neuseeland ging es mit dem Flugzeug über die Datumsgrenze nach Chile, Bolivien, Peru und Ecuador. In Südamerika lernte sie Spanisch, besuchte ein Inkatal.

266 Tage war Silke Hartmann unterwegs, „doch ein Gefühl von Fremdheit hatte ich irgendwann nicht mehr. Ich habe festgestellt, dass uns alle viel mehr verbindet als trennt“. Das will sie jetzt auch ihrer Mutter vermitteln: Beide planen bereits eine Reise nach Australien.

In diesem Bergdorf in Laos verbrachte Silke Hartmann eine Nacht.

Die Weltreise in Zahlen

- 5 Kontinente hat Silke Hartmann während ihrer Weltreise besucht.

- 15 Fahrzeuge hatte sie fürs Vorankommen gemietet, manchmal Autos, manchmal Motorräder. Gefahren ist sie aber auch mit Booten, Bussen, Tuk Tuks, Draisine, Katamaran, Zodiac und einer Bambusbahn.

- 18 Währungen hat sie genutzt: Vom südafrikanischen Rand über die nepalesische Rupie und den Tonga Dollar bis hin zum chilenischen Pesos. Meist zahlte sie bar, dennoch hatte sie 105 Kreditkartentransaktionen.

- 21 Länder hat sie in 266 Tagen besucht.

- 39 Flüge hat sie in der Zeit gemacht. Der längste: 11 Stunden 20 Minuten von Auckland (Neuseeland) nach Santiago de Chile.

Vortrag über die Reise

„Nö. Angst hatte ich keine“ heißt der Vortrag, den Silke Hartmann am Freitag, 5. April, um 18 Uhr im Markus-Gemeindezentrum in Korbach halten wird. Der Eintritt kostet zehn Euro, der Erlös fließt in die Sanierung der Nikolaikirche Korbach. Eintrittskarten gibt es bei Colibri und an der Abendkasse.

Mehr Infos über Silke Hartmanns Reise gibt es auf ihrem Blog

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