Das neue Jahr in Korbach begrüßt

Bruderschaft Sankt Barbara feuert Salutschüsse vom Tylenturm aus ab

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Alles vorbereitet: Mitglieder und Gäste der Bruderschaft Sankt Barbara bei den Vorbereitungen für die Salutschüsse, mit denen die Formation das neue Jahr begrüßt.

Korbach. Vätern, Söhnen und Enkeln weht ein frischer Wind um die Nase, als sie gemeinsam die Treppen des Turms hinaufsteigen, um ihren alten Brauch zu pflegen. Als sie oben ankommen, bietet sich ihnen ein Blick über fast ganz Korbach – auch wenn es für die Bruderschaft Sankt Barbara bei diesem Jahreswechsel für die Salutschüsse zu Neujahr nur auf den Tylenturm hinaufging.

Mit 25 Metern ist er rund 40 Meter niedriger als der Umlauf der Kilianskirche, der in Folge von Reparaturarbeiten noch nicht wieder freigegeben ist. Seitdem die Bruderschaft, eine Formation der Korbacher Schützengilde, im Jahr 1952 gegründet wurde, begrüßt sie um Mitternacht das neue Jahr mit Salutschüssen: drei Stück in jede der vier Himmelsrichtungen. Für gewöhnlich böllern sie hoch oben auf dem Kilian, zuletzt mussten sie 2014 auf den Tylenturm ausweichen, erklären Hauptmann Friedrich Weber und sein Stellvertreter Karl-Friedrich Kuhnhenn.

Sicherheit geht vor

Die Artilleristen legen die Hakenbüchsen auf die Brüstung des Turms und testen die Befestigung. Sie füllen sie mit Schwarzpulver und verdämmen sie mit Papier – Kugeln lassen sie wohlweislich weg. Sie kontrollieren, dass die Zündöffnung die richtige Größe hat. Wegen Unfallgefahr dürfen sie sonst nicht feuern. Der Umgang mit dem Schießgerät ist streng geregelt, alle Büchsen sind vom TÜV abgenommen, die Schützen speziell ausgebildet, erklärt Karl-Friedrich Kuhnhenn.

Am Silvesternachmittag sind die Sankt-Barbara-Brüder zweckmäßig gekleidet, normalerweise tragen sie historische Uniformen. Aus insgesamt rund 50 Männern besteht die Formation, vom 20- bis zum 88-Jährigen ist alles dabei – und die Kinder der Mitglieder schauen schon interessiert zu. „Es ist generationenübergreifend“, befindet Mitglied Thomas Kuhnhenn.

Volles Programm

Ihre historisch genauen Uniformen, Büchsen und die Kanone lässt die „Sankt Barbara“ das ganze Jahr über zum Einsatz kommen: Bei Veranstaltungen der Gilde wie Freischießen und Schnadezug, den Schützenfesten befreundeter Vereine, Veranstaltungen von Stadt und Hanse, allen voran dem mittelalterlichen Markt. Auch 2018 steht ihnen ein geschäftiges Jahr bevor – begrüßt haben sie es schon: „Es war ein bisschen windig, hat aber gut geklappt“, freut sich Friedrich Weber an Neujahr.

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