„Concordia“-Chöre präsentieren sich bei Benefizkonzert frisch und fröhlich

Singen „für Jugend, die wir brauchen“

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Leidenschaftliche Sänger

Willingen - In Zeiten, in denen viele Vereine über Sängerschwund klagen, singen die Willinger „Concordia“-Chöre mit und für den Nachwuchs. Ein kluges Konzept, das wie beim Benefizkonzert am Mittwoch noch dazu viele Zuhörer lockt und begeistert.

„Wir singen bei unserem heutigen Benefizkonzert für die Jugend, die wir in Zukunft brauchen“, betont Concordia-Vorsitzender Erich Schnieder, als er die zahlreichen „Freunde der Chormusik“ in der evangelischen Kirche in Willingen begrüßt. Der Erlös des Abends ist für die musikalische Arbeit des Willinger Kindergartens, der Uplandschule sowie den eigenen Verein bestimmt.

Stimmgewaltige Einheit

Dass die Upländer die Zeichen der Zeit erkannt haben, zeigt sich am „Tag der Deutschen Einheit“ in vielerlei Hinsicht: Ob langjährige MGV-Sänger, Frauen, die seit der Gründung des gemischten Chors im Jahr 2000 dabei sind, oder Nachwuchssängerinnen - sie alle bilden bei ihren Auftritten als Gesamtchor eine stimmgewaltige Einheit. Schade nur, dass einige der starken Männerstimmen bei Darbietungen des gemischten Chores die Kirchenbank der Bühne vorziehen.

Von anderen Traditionen haben sich alle, knapp 50 Concordia-Sänger jedoch längst verabschiedet: Die von Chorleiter Nikolaus Schröder ausgewählten Sätze kommen zu jeder Zeit jung und modern daher, selbst wenn die Sänger getreu des Konzertmottos „geistliche und weltliche Literatur aus drei Jahrhunderten“ geistliche Musik aus dem 19. Jahrhundert anstimmen („Ave Maria“, „Kumbaya, my Lord“). Mit rhythmisch geprägten Stücken wie „Oh Lord, you‘re my God and King“ oder „Meine Zeit steht in Deinen Händen“ präsentieren gemischter Chor und Männerchor eindrucksvoll, wie viel Freude ihnen der Lobgesang bereitet und wie viel Kraft der Glaube an die Liebe (Gottes) gibt. „Believe in love“, heißt es passend auf dem knallroten T-Shirt der jüngsten Sängerin Carlotta Schröder. Und wahrhaftig: während die Sänger vom Glauben und der inneren Ruhe singen, kehrt diese beim Zuhörer ein.

Humorvoll, kritisch, frisch

Im zweiten, weltlichen Teil des Konzerts hingegen würden viele Gäste wohl am liebsten sofort mit einstimmen: Klassiker aus dem 20. Jahrhundert wie „Ol‘ Man River“, „Griechischer Wein“ oder „California Dreaming“ bringen Wärme in Herbst und Herz. Der charmant-humorvoll moderierende Chorleiter scheut allerdings auch nicht davor, die gesellschaftskritischen Hintergründe wie Sklaverei und Gastarbeiter-Problematik anzusprechen.

Ihre Leidenschaft für den Chorgesang stecken die Sänger zum Ausklang des Konzerts noch einmal in zwei baltische Volkslieder, die einige von einer Konzertreise mitgebracht haben. Diese Liebe zur frisch und fröhlich präsentierten Musik zieht sich an diesem Abend in Willingen wie ein roter Faden durch das Programm - nicht zuletzt weil die roten Accessoires der Sänger Alt und Jung verbinden. (nv)

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