33 Chöre gratulieren der „Liedertafel“ Immighausen

„Singen hat Zukunft“

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Kinder sind die Zukunft: Beim Kinderfest am Samstag gehörte die Bühne den Kinderchören, wie dem „Bambini-Chor“ aus Rhadern.

Lichtenfels - Immighausen - „Singen verbindet, Singen macht Freude, Singen hat Zukunft“: Ihr Motto erfüllen die Männer der „Liedertafel“ Immighausen beim dreitägigen Fest zum 125-jährigen Vereinsbestehen eindrucksvoll mit Leben. Hunderte Sänger und Gäste feiern mit den Lichtenfelsern.

„Lasst uns beginnen, fröhlich zu singen“, erklingt es am Freitag zum Auftakt des Kommersabends im Festzelt. Mit der „Festhymne“ laden die Gastgeber – dirigiert von Thilo Nordheim – Sänger und Freunde des Chorgesangs ein, mit ihnen ein vergnügliches Fest zu feiern. Bevor die ersten der 33 Gastchöre, die an allen drei Festtagen ihre musikalischen Geburtstagsgrüße überbringen (siehe Kasten), auftreten, wirft Liedertafel-Vorsitzender Christoph Mitze einen Blick auf die Vereinschronik (wir berichteten).

Mitze greift dazu das Motto der Sänger auf: l?Singen verbindet: „Im MGV treffen sich alle Generationen zum Singen und Spaßhaben“, berichtet Mitze. Die 39 Aktiven sind zwischen 14 und 88 Jahren alt. Sänger aus umliegenden Orten gehören ebenfalls zum Chor. l?Singen macht Freude: „Geselligkeit ist der Grundstein für ein gutes Miteinander im Verein und im Ort“, ist der Vorsitzende überzeugt.

l?Singen hat Zukunft: Für Mitze ist der generationsübergreifende Chor der beste Beweis, dass es sich lohnt, für den Chorgesang zu werben. „Vielleicht werden sich Liedgut und Zusammensetzung der Chöre hier und da verändern, aber das Singen allgemein hat Zukunft“, lädt er ein, die Liedertafel oder den jungen Frauen-Projektchor zu unterstützen. Der MGV sei seit 125 Jahren „ein wichtiger Kulturträger im Ort“, erinnert Mitze. Das musikalische Programm, das den Gästen in Immighausen bei den Konzerten am Freitag- und Samstagabend sowie beim Bezirkssängerfest am Sonntag von den Chören geboten wird, beweist ebenfalls, dass Singen verbindet und Freude bereitet. Ob klassische Chorwerke wie „Das Ave Maria der Berge“ oder der „Bolero der Herzen“, schwungvolle Schlager wie Udo Jürgens’ „Griechischer Wein“, Musical-Melodien wie „Der Löwe schläft heut Nacht“ oder „Lord of the dance“, Oldies wie „King of the road“ oder Popsongs wie „Das Beste“ von Silbermond – die Sängerinnen und Sänger präsentieren fröhlich, wie viele Möglichkeiten der Chorgesang bietet. Die Freude am Singen zeigt sich bei Sängern und Chorleitern in jeder Bewegung, in jedem Lächeln, das ihnen während des Auftritts ins Gesicht geschrieben steht.

Daran, dass Singen verbindet, lassen Gastgeber und Gäste ebenfalls keinen Zweifel: So singen sie am Festwochenende nicht nur gern zusammen, sondern feiern und tanzen ausgelassen nach den Konzerten und beim Frühschoppen am Samstagvormittag. Für Stimmung sorgt der Musikzug aus Medebach.

Trotz der ausgelassenen Stimmung wird in Immighausen allerdings ebenso deutlich, dass die Zukunft des Chorgesangs nicht überall so gesichert ist, wie bei der heimischen Liedertafel. Da manche Chöre mangels Nachwuchs kaum mehr auftreten können, finden sich im Programm Chorgemeinschaften und Gemeinschaftsauftritte von befreundeten Chören. Andere verstärken sich durch Frauen- und Projektchöre. „Wer die Zukunft im Blick hat, weiß um die Anstrengungen, die notwendig sind, um junge Menschen für das Singen im Chor zu begeistern“, bringt es Bruno Mecke, Vorsitzender des Waldeckischen Sängerbundes, beim Kommersabend auf den Punkt. „Es liegt an uns, die Chöre attraktiv zu machen.“ Dass dies gelingen könne, beweise der MGV Immighausen eindrucksvoll. „Jung und Alt harmonisch vereint – ein schönes Bild“, schließt sich Friedrich Hasecke, Sängerbezirksvorsitzender in Lichtenfels, den lobenden Worten an.

„Haltet die jungen Sänger fest“, ruft auch Hans-Joachim Zwickirsch, Geschäftsführer des Mitteldeutschen Sängerbundes, den Gastgebern zu. Um das 125-jährige Wirken der Liedertafel zu würdigen, überreicht Zwickirsch Ehrenurkunden seines Verbandes, des Hessischen Ministeriums für Kunst und Wissenschaft sowie des Deutschen Chorverbandes.

„Was wäre unser Dorf ohne den MGV?“, betont Ortsvorsteher Willi Schultze und gratuliert im Namen des Ortsbeirats und der örtlichen Vereine. „Möge der MGV das Leben in unserer Gemeinschaft weiter bereichern“, hofft Pfarrer Burkhard Uffelmann und wünscht den Mitgliedern „singen und leben zwischen Himmel und Erde“. Zur „tollen musikalischen Leistung und Dorfgemeinschaft“ gratuliert Bürgermeister Uwe Steuber. „Unsere Orte sind lebenswert, wenn das Vereinswesen funktioniert“, weiß Erster Stadtrat Alf Höfer.

Wie eng alle Immighäuser mit der Liedertafel verbunden sind, zeigt sich vor allem am Sonntag: Die Mitglieder der örtlichen Vereine und Gruppen – von den Klostermönchen über die Feuerwehr bis zum Kindergarten – stehen auf dem Festplatz Spalier, um Bezirkschöre und Gastvereine herzlich zu empfangen. Musikzug, Ehrendamen und applaudierende Gäste begleiten den Einzug ins Zelt.

Zum Ausklang des Sängerfests präsentieren sich die örtlichen Gruppen ebenfalls in Feierlaune. Ob Posaunenchor oder Funkenmariechen – beim Dorfabend fehlt niemand. Mehr lesen Sie in der morgigen Ausgabe.

(von Natalie Volkenrath)

Eine Bildergalerie zum Sängerfest finden Sie hier.

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