Korbacher Hans Krusche blickt zurück aufs Wetterjahr

So war im Jahr 2018 das Wetter: Sonne machte Überstunden

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Viel zu tun hatte der Korbacher Bauhof im Sommer: Wegen der anhaltenden Hitze mussten die Pflanzen in der Stadt häufig gegossen werden.

Korbach – Kaum Regen, viel Sonne – so haben die Korbacher das Jahr 2018 aus der Sicht von Wetterbeobachter Hans Krusche erlebt. Dreimal am Tag – um 7 Uhr morgens, um 12 Uhr mittags und um 20 Uhr abends – notiert er Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und Niederschlag.

Wie das Wetter 2019 wird? Hans Krusche schmunzelt. Was der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mit Hochleistungscomputern nicht schafft, das kriegt auch der Korbacher Hobby-Meteorologe nicht hin. Seit Jahren führt er genau Buch über Wind und Wetter in der Kreisstadt. Was er aber ganz genau weiß, das ist, wie es war, das Wetter im vergangenen Jahr.

Schon Anfang Januar sorgte Sturmtief Burglind nicht nur für ergiebigen Regen, sondern mit Sturmböen auch für umgestürzte Bäume und Verkehrsbehinderungen. Noch weitaus heftiger ging am 18. Orkantief Friederike zu Werke. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 134 Kilometer pro Stunde zog der Sturm über Waldeck-Frankenberg hinweg. Auch in Korbach plusterte es ordentlich, wie Krusches Aufzeichnungen belegen.

Weiß über das Wetter Bescheid: Der Korbacher Friseur Hans Krusche

Der Winter zeigte sich erst im Februar mit Schnee und Minustemperaturen. Der kälteste Tag in Korbach war der 28. Krusche las an seinem Thermometer eine Tagesmitteltemperatur von -10,8 Grad ab. Frühlingshaft präsentierte sich hingegen das Wetter in der ersten Märzhälfte, nur um zur Monatsmitte von einem erneuten Kälteeinbruch abgelöst zu werden.

Am 8. April kletterte das Thermometer in Krusches Garten erstmals über die 20-Grad-Marke. Das war der Startpunkt für eine Phase, die das Wetter des vergangenen Jahres prägte, wie Wetterexperte Roland Schmidt aus Ernsthausen erklärt: „Mit warmer Luft und Sonnenschein begann eine außergewöhnlich warme, sonnige und trockene Witterungsperiode. Sie hielt mit kurzen Unterbrechungen bis weit in den Herbst hinein an, bescherte uns eine Rekordzahl an Sommertagen und landesweite Dürre, die der Natur und der Landwirtschaft heftig zusetzte.“

Der Mai bescherte den Korbachern einige Sommertage mit Temperaturen über 25 Grad. Überwiegend sonnig präsentierte sich die Hansestadt während des Hessentags vom 25. Mai bis 3. Juni. Während andernorts heftige Gewitterregen für vollgelaufene Keller sorgte, blieb es in Korbach bei kurzen Schauern.

Die höchsten Temperaturen des Jahres notierte Krusche am 31. Juli: Das Quecksilber stieg mittags auf 34,3 Grad. Von August bis Oktober blieb es ungewöhnlich trocken mit insgesamt nur 18 Tagen mit geringem Niederschlag. Erst in der letzten Oktoberwoche wurde es merklich kühler und Regenwolken zogen auf.

Mitte November lag in Korbach der erste Schnee. Im Dezember schließlich schien das Wetter den verpassten Regen nachholen zu wollen: Insgesamt 114,5 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.

Der Ernsthäuser Wetterexperte Roland Schmidt bestätigt Hans Krusches Beobachtungen: „In der Gesamtbilanz war 2018 in unserer Region rund 1,5 Grad wärmer als im langjährigen Mittel, und die Sonne leistete gut 25 Prozent Überstunden.“ Die Niederschlagssumme habe dagegen nur drei Viertel ihres Solls erreicht, wobei 40 Prozent dieser bescheidenen Menge im Dezember und Januar gefallen seien. 

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