1150 Unterschriften gegen Abschiebung von Familie Celic · RP verteidigt Entscheidung

Solidaritätskundgebung in Korbach

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Korbach - Das Mitgefühl mit Baskim Celic, seiner Frau und seinen Kindern ist groß. Viele Unterschriften gegen ihre Abschiebung sind bereits zusammengekommen. Am Mittwoch findet eine Solidaritätskundgebung in Korbach statt.Die Kundgebung beginnt um 17 Uhr am Berndorfer Tor („Im Loch“).

Offizieller Veranstalter ist der evangelische Kirchenkreis, der von anderen Kirchen und Einzelpersonen unterstützt wird. Unter dem Bibelspruch „Tu deinen Mund auf für die Stummen“ soll das Erschrecken über die Umstände der Abschiebung von Familie Celic ausgedrückt werden. Unterstützt werden sollen auch die Bemühungen um ein Aussetzen der Abschiebung von Baskim Celic, wie es in einer Petition im Hes­sischen Landtag beantragt wurde. Der Kirchenkreis habe viele Anrufe erhalten von Menschen, die sich für Familie Celic einsetzen wollten, und organisiere daher die Solidaritätskundgebung, betonen Dekanin Eva Brinke-Kriebel, Pfarrer Heßler, Pfarrer Grenz und Flüchtlingsberater Rufus Böhringer.

„Die Leute möchten das, was passiert ist, nicht so stehen lassen, es nicht schnell beiseiteschieben“, sagt Markus Heßler. Es sei wichtig, Solidarität zu beweisen und zu zeigen, „dass es hier eine wache Öffentlichkeit gibt“. Sprechen werden morgen Dekanin Brinke-Kriebel, Domkapitular Gisbert Wisse, Schulleiterin Irmgard Geck, Bürgermeister Klaus Friedrich und Flüchtlingsberater Rufus Böhringer. Pfarrer Grenz umrahmt die Kundgebung mit Gitarrenmusik.

An der Unterschriften-Aktion, die von der Berliner Schule vergangene Woche gestartet wurde und an der sich die Kirchen beteiligten, haben bislang 1150 Menschen teilgenommen. Die Unterschriften werden am Dienstag von der Schulleitung ans Regierungspräsidium Kassel (RP) weitergeleitet. Unterdessen verweist das RP weiterhin auf die geltende Rechtslage und Entscheidungen des Bundesministeriums für Migration und Flüchtlinge (BAMF), denen zu folgen sei.

Die Trennung der Familie sei nicht für lange Zeit zu befürchten gewesen, heißt es auf Nachfrage der WLZ, denn Baskim Celic hätte nach Ruhigstellung der Brüche nach drei bis fünf Tagen zu seiner Familie mit medizinischer Betreuung ausgeflogen werden können. „Da noch eine Reihe von Abschiebungen von Familien anstehen, könnte es eine nicht zu verantwortende Signalwirkung haben, wenn wegen Selbstverletzungen eine Abschiebung auch für die Familienmitglieder zunächst ausgesetzt wird“, begründete es die Abschiebung von Celics Ehefrau und Kindern am Morgen des 7. Februar. Das RP warte das Petitionsverfahren ab, bereite unterdessen Celics Abschiebung vor und werde für seine Behandlungskosten im Kosovo aufkommen.

Nach Auskunft von Anwalt Andreas Boltner soll der Eilantrag auf Stopp der Abschiebung von Celic noch in dieser Woche entschieden werden. Er betont, das BAMF habe den Asylfolgeantrag lediglich aus formalen Gründen abgelehnt, wörtlich: „weil der ärztliche Bericht nicht unseren formalen Ansprüchen genügt“.

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