5000 Euro aus Korbacher Wettbüro gestohlen · Angeklagter bestreitet Tat

DNA soll Einbrecher überführen

Korbach - Unschuldig in Verdacht geraten? Ein 25-jähriger Bad Arolser soll 2011 in ein Sportwettbüro in Korbach eingebrochen haben. Jetzt steht er vor Gericht.

Ein kleiner Tropfen Blut brachte die Polizei auf die Spur des Mannes: Er klebte auf einer Scherbe der Türscheibe, die der Einbrecher in der Nacht vom 8. auf den 9. August 2011 eingeschlagen hatte, um in das Sportwettbüro in der Straße „Hinter dem Kloster“ zu gelangen. Die Beamten sicherten das Blut und schickten es zur Analyse zum gerichtsmedizinischen Institut nach Gießen. Das ermittelte den genetischen Fingerabdruck, der mit dem DNA-Profil des Angeklagten übereinstimmte.

Vor Gericht bestritt der 25-Jährige am Montag die Tat: Er habe kurz vor sechs Uhr morgens auf dem Weg zum Bahnhof die beschädigte Scheibe gesehen, aus Neugierde hineingeschaut und sich dabei verletzt, so der Bad Arolser in einer schriftlichen Einlassung, die sein Rechtsanwalt verlas. Der Angeklagte selbst wollte vor Gericht keine Fragen beantworten.

4000 Euro, außerdem eine Kassette mit 900 Euro sowie Kleingeld aus der Kaffeekasse verschwanden damals aus dem Wettbüro. Die Tat selbst blieb bis zum späten Morgen unbemerkt. Dabei musste der Täter das Sicherheitsglas der Tür mit mehreren Schlägen brutal bearbeitet haben – verbunden mit entsprechendem Lärm. Ein etwa 70 mal 50 Zentimeter großes Loch entstand dabei in der Scheibe, die Scherben lagen weit im Raum verteilt. Anwohner wollten von all dem aber nichts bemerkt haben.

Der Tropfen Blut ist bislang das einzige Indiz, das auf den Bad Arolser hinweist. Weitere Spuren, wie die Fingerabdrücke des Angeklagten, fand die Polizei nicht. Unklar ist die Rolle einer ehemaligen Mitarbeiterin des Wettbüros. Wie sich erst in der Verhandlung herausstellte, ist die 25-jährige Bad Arolserin seit 2012 die Verlobte des Angeklagten. Die junge Frau machte vom Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Gegenüber der Polizei hatte sie aber angegeben, damals den Laden am Abend um 23 Uhr geschlossen zu haben. Daran hatte der Besitzer des Wettbüros Zweifel. Er benannte gestern vor Gericht einen Zeugen, der anderes bestätigen könne. Er soll in einem zweiten Termin Ende Januar angehört werden.

Ungewöhnlich sei auch der Zeitpunkt des Einbruchs, so der Inhaber: Ausgerechnet an diesem Abend habe er, anders als sonst, aus Zeitgründen die Tageseinnahmen nicht mitgenommen. (lb)

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