Kinderchor in Vöhl probt mit ehemaliger Kreiskantorin für Weihnachtsmusical am vierten Advent

„Da sollen Fensterscheiben wackeln“

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Trotz Ruhestands im Einsatz: Irene Tripp übt mit den Kindern aus Vöhl ein Weihnachtsmusical ein.

Vöhl - Eigentlich hat sich Kreiskantorin Irene Tripp schon in den Ruhestand verabschiedet. Aber gemeinsam mit Tochter Johanna nimmt sie nun ein neues Projekt in Angriff: ein Weihnachtsmusical - sehr zur Freude des Kinderchors in Vöhl.

Irene Tripp haut kräftig in die Tasten. „Oh, da habe ich einen falschen Akkord erwischt“, sagt sie und blickt in die Runde fröhlicher Gesichter. Dann hält sie kurz inne und fragt: „Was ist eigentlich ein Akkord?“ Anton weiß Rat: „So was wie ein Akkordeon?“, fragt der Fünfjährige. Unter den Kindern entspannt sich eine Diskussion um die richtige Lösung. „Das sind verschiedene Töne, die zusammen klingen“, sagt schließlich Anika, „wie beim Gitarrenunterricht“. Eine Chorprobe mit Irene Tripp ist eben ein Erlebnis.

Und deswegen freuen sich die kleinen Musiker des engagierten Kinderchores in Vöhl auch so, dass „ihre“ Frau Tripp trotz ihres Ruhestands zurückgekehrt ist ins Gemeindehaus. Gemeinsam mit Tochter Johanna hat die beliebte Dirigentin einen neuen Plan geschmiedet: Der Kinderchor und das Ensemble „Da Capo“ wollen zusammen ein Weihnachtsmusical auf die Beine stellen, das am vierten Advent um 17 Uhr in der Vöhler Martinskirche aufgeführt wird.

Fürs Erste proben die Gruppen aber einzeln. Und auch die Vöhler Kinder sind längst alte Hasen, denn gemeinsam mit Irene Tripp haben sie schon manch ein Konzertprogramm gestaltet. Auch in diesem Jahr wissen die Kinder ihre Dirigentin zu begeistern: Texte sind im Nullkommanichts auswendig gelernt, starke, schöne Kinderstimmen füllen schnell den Raum und pfiffige Ideen sorgen für allerlei Heiterkeit.

„Am Ende des Liedes müsst ihr den Ton ganz lange halten“, erklärt Irene Tripp den Kindern, „da müsst ihr dann vorher tief Luft holen“. Schon beim ersten Versuch gelingt das spielend. Bis eines der Kinder eine Idee hat: „Wenn wir singen und nicht richtig atmen, dann können wir ja auch pupsen, um die Luft auszuatmen.“ Die Idee gefällt den lachenden Kindern.

Und auch Lea ist etwas aufgefallen: „Wenn unsere Aufführung am vierten Advent ist, dann müssen wir eigentlich singen: Übermorgen Kinder, wird’s was geben.“ Die Siebenjährige hat recht: Schließlich stimmen die Chöre ihr Publikum zwei Tage vor Heiligabend auf Weihnachten ein. Dafür stehen neben den Musical-Stücken von Ruthild Eicher-Grothe auch ausgewählte Lieblingslieder der Vöhler Kinder auf dem Programm.

Beim Proben stimmt Irene Tripp diese Lieder ganz zum Ende an - zur Belohnung. Und nach den anstrengenden, wenn auch heiteren Probeeinheiten, lassen es die Kinder dann richtig Krachen. „Da sollen die Fensterscheiben wackeln“, sagt Irene Tripp noch, wendet sich zum Klavier und muss nicht mal mehr den Einsatz geben. „Gloria, Gloria“, jubilieren die Kinder laut und fröhlich und kaum ist die letzte Silbe gesungen, stellen sie entschieden fest: „Noch mal“.

Interessierte Kinder sind jeden Montag von 18 bis 18.45 Uhr zur Probe im Vöhler Gemeindehaus willkommen.

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