Austritt auch aus der Fraktion im Korbacher Parlament

Sonja Liebig gibt SPD-Parteibuch ab

Korbach. - Das Kräfteverhältnis im Korbacher Parlament könnte sich abermals verschieben: Sonja Liebig hat ihren Abschied aus der SPD-Fraktion erklärt.

Auf Platz vier der SPD-Liste war Sonja Liebig nach der Kommunalwahl 2011 neu in die Korbacher Stadtverordnetenversammlung gerückt. Nach nur zwei Jahren im Parlament hat die Sozialpädagogin überraschend ihr Parteibuch abgegeben.

„Sonja Liebig hat aus persönlichen Gründen den Austritt aus der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands erklärt. Dies tut uns sehr leid, aber wir müssen ihre Entscheidung respektieren“, erklärten SPD-Fraktionschef Martin Dörflinger und Ortsvereinsvorsitzende Gudrun Limperg auf WLZ-Nachfrage.

Verbunden mit dem Parteiaustritt kehrt Sonja Liebig auch der SPD-Fraktion den Rücken, bestätigte sie gegenüber der WLZ. Ob die Stadtverordnete ihr Mandat behält, überdenke sie momentan noch. Damit schrumpft die SPD-Fraktion im Korbacher Stadtparlament vorerst von 13 auf zwölf Sitze.

Dies hat zugleich Auswirkungen auf das politische Kräfteverhältnis in der Kreisstadt. Nach der Kommunalwahl verfügte das rot-grüne Bündnis über eine Mehrheit von 19 der insgesamt 37 Mandate im Parlament - 13 Sitze für die SPD, 6 für die Grünen. Ende August 2012 erklärte indes Doris Jauer wegen parteiinterner Auseinandersetzungen ihren Austritt aus der Grünen-Fraktion. Sie war erst kurz zuvor für den Grünen-Abgeordneten Dr. Holger Pütz nachgerückt (wir berichteten).

Mit den 18 verbliebenen Sitzen verlor Rot-Grün die rechnerische Mehrheit, auch wenn Doris Jauer als fraktionslose Abgeordnete politisch nicht ins bürgerliche Lager wechselte. Durch Sonja Liebigs Abkehr von der SPD-Fraktion verliert das rot-grüne Bündnis aktuell einen weiteren Sitz.

Sollte Sonja Liebig ihr Mandat im Stadtparlament künftig aufgeben, würde auf der SPD-Kandidatenliste Günter Schulze nachrücken. Damit käme die SPD wieder auf 13 Mandate. Schulze war lange Jahre Stadtverordneter und saß von 2009 bis Frühjahr 2011 für die Sozialdemokraten im Magistrat.(jk)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare