Korbach

Sozialarbeit in den Kindergärten

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- Korbach (jk). Karin Hentschel ist Anlaufstelle für Eltern und Erzieherinnen gleichermaßen. Nach fünf Monaten im neuen Job zog die Sozialarbeiterin für Korbacher Kindergärten ein beeindruckendes Resümee.

„Die Auswirkungen des demographischen Wandels merke ich gerade nicht: Wir haben derzeit einen Run auf die Kindergärten“, betonte Karin Hentschel zuletzt im Parlament. Nachgehakt hatte CDU-Sprecher Timo Lockemann, denn nach allen Prognosen schrumpft die Bevölkerung im ländlichen Raum. Derzeit schicken aber noch just die geburtenstarken Jahrgänge der 60er- und 70er-Jahre ihre Sprösslinge in Schulen und Kindergärten. Somit haben die Erzieherinnen in Korbacher Kindergärten noch alle Hände voll zu tun.

Verstärkt sind aber in Schulen und Tagesstätten in den vergangenen Jahren soziale Schwierigkeiten offenbar geworden: Immer mehr Alleinerziehende ohne Familienbindung, Armut bei Kindern, Sprachbarrieren in den Familien, Arbeitslosigkeit, Alkoholprobleme, Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern. Viele Mädchen und Jungen kennen nicht mal ein regelmäßiges Frühstück. Die Kreisstadt Korbach zählt zu den wenigen Städten und Gemeinden der Region, die mit spezieller Kindergarten-Sozialarbeit möglichst frühzeitig gegensteuern möchten. Die pädagogisch wichtige neue Stelle hat seit Mai Karin Hentschel, Erzieherin und Diplom-Soziologin.

Bei ihrem ersten Resümee nach fünf Monaten staunten die Korbacher Stadtverordneten nicht schlecht über das Arbeitspensum der neuen Sozialarbeiterin. Regelmäßige Treffen mit den Leiterinnen der 14 Kindergärten in Kernstadt und Ortsteilen, Kontakte zu Beratungsstellen und Familienhebammen, Besuche in Kindergruppen bis hin zu Arbeitstreffen mit Schulsozialarbeiterinnen listete Karin Hentschel auf. Hinzu kommen über 30 persönliche Beratungen für die Familien. Das reicht von vielen Erziehungsfragen bis zur Hilfestellung im Umgang mit Behörden – oder schlicht der Bewältigung des Alltags.

Ihr Büro hat Karin Hentschel im Jugendhaus. Die Beratung vermitteln dabei meist die Erzieherinnen in den Kindergärten. Manche Eltern nutzen dabei Sprechstunden im Kindergarten, aber Karin Hentschel steht auch anonym oder per E-Mail für Fragen zur Verfügung, denn mitunter fällt Eltern eine anonyme Kontaktaufnahme zunächst leichter.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Freitag, 14. Oktober

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