Willignen: Tafeln informieren über die Bedeutung alter Bezeichnungen

Ein Spaziergang in die Vergangenheit

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- Willingen (bk). „Buckemülle“, „Deichwiese“, „Lingenpuhl“ – welche Bedeutung haben die alten Willinger Bezeichnungen? Darüber informieren attraktiv gestaltete Schilder, die jetzt an verschiedenen Plätzen im Ort aufgestellt wurden.

Ortrud Thiel, rühriges Vorstandsmitglied des Willinger Heimat- und Geschichtsvereins, ist tief in die Vergangenheit des Dorfs eingetaucht. Sie hat die kurzen Texte für insgesamt neun Tafeln zusammengestellt. Dabei wurde sie von ihrem mittlerweile verstorbenen Bruder, dem Heimatkundler Jost Bangert, und von Friedrich-Wilhelm Engelbracht, der im Verein aktiv mitarbeitet, unterstützt. Die Schilder laden ein zu einem Spaziergang in frühere Zeiten. Ihre Aufstellung dient zum einen dazu, den Gästen ein Stück Willinger Geschichte nahezubringen.

Außerdem tragen die Tafeln dazu bei, die alten, teilweise plattdeutschen Bezeichnungen vor dem Vergessen zu bewahren. Die Initiative ging vom Heimat- und Geschichtsverein aus, der auch einen Großteil der Materialkosten – 1000 Euro – übernahm. Die „Dunnerkuile“, die ebenfalls sehr an Heimatgeschichte und Brauchtumspflege interessiert sind, steuerten 350 Euro bei. Gemeindearbeiter Christian Stremme zeichnete für die fachmännische Aufstellung verantwortlich. Es handelte sich also um eine echte Gemeinschaftsaktion.

Und was bedeutet nun „Bucke­mülle“? An dieser Stelle im heutigen Kurgarten stand einst eine Klopfmühle. Das plattdeutsche Wort „bucken“ bedeutet nichts anderes als „klopfen“. „Vom 16. bis 19. Jahrhundert zerkleinerte man hier Eisenerz aus Adorf. In den Hütten- und Hammerwerken an Itterbach und Hoppecke wurde dann das Eisen aus dem Gestein geschmolzen und verarbeitet“, so die Erläuterung. An der „Deichwiese“ wurde der hier fließende kleine Bach durch einen Deich aufgestaut, um genügend Wasser für den Betrieb der Klopfmühle zu erhalten.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Freitag, 10. Februar

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