ALS-Schüler sammeln Geld für Kinder in Ostafrika · Aktion „Burundikids“ kann viel bewegen

Mit Spende Hilfe zur Selbsthilfe geben

+
Das Ergebnis darf stolz gezeigt werden: Die Klasse 7a der Alten Landesschule posiert zusammen mit Philipp Ziser von der Hilfsorganisation „Burundikids“ und hat in Burundi produzierte Taschen mit dabei.

Korbach - 620 Euro ersammelte sich die Klasse 7a der Alten Landesschule mit verschiedenen Aktionen. Sie spendet diese nun an Kinder in Burundi, einem der ärmsten Länder der Welt.

Von oben sieht es paradiesisch aus, mit einer Pflanzenvielfalt, die kaum vorstellbar ist, dem Tanganjikasee, der die tiefste Stelle Ostafrikas beheimatet, und wundervollen Landschaften. Das kleine Land Burundi, etwa so groß wie Hessen, so „reich“ und doch eines der ärmsten Länder der Welt.

1993 entzweite ein Bürgerkrieg das Land und hinterließ große Armut und Zerstörung. 300 000 Tote, eine Millionen Flüchtlinge und 800 000 Kinder, die zu Waisen wurden, sind die traurige Bilanz des Krieges, der bis 2005 dauerte.

Schule gebaut

Hunger, Armut und schlechte Bildung stehen auf der Tagesordnung. Nur die Hälfte der Kinder kann zur Schule gehen – die finanziellen Mittel fehlen häufig, oder ehemalige Schulen sind einfach im Krieg zerstört worden. In staatlichen Schulen sitzen bis zu 100 Schüler in einer Klasse, es mangelt an Büchern und gut ausgebildeten Lehrern. Da setzte 2003 der neu gegründete Verein „Burundikids“ an. Mit den Menschen vor Ort bauten sie eine Schule, die heute rund 900 Kinder vom Kindergarten bis hin zum „Collège“ begleitet, das sie dann mit einem abiturähnlichen Abschluss beenden können.

Dort sitzen nicht mehr als 40 Kinder in einer Klasse, Lehrmittel werden gestellt und auch die Lehrer erhalten eine angemessene Bezahlung. Dann wurden noch Straßenkinderheime eröffnet, denn ab dem Teenageralter hilft auch kein Betteln mehr, und ohne angemessene Bildung stünden viele Kinder vor einer kriminellen Zukunft. Das wollen die Mitarbeiter von „Burundikids“ verhindern, sie wollen Chancen geben, Perspektiven schaffen und so ihren Teil zum Aufbau des Landes beitragen.

Philipp Ziser ist vor sieben Jahren nach Burundi gereist, der Journalist aus Karlsruhe wollte eigentlich nur ein Jahr dort verbringen. Dann hat er sein Herz an das Land und die Arbeit in der Organisation verloren und lebt mittlerweile in Burundi.

Nur ein Mal im Jahr kommt er nach Deutschland, dieses Mal stand ein Besuch der Alten Landesschule ganz weit oben auf der Liste des „weißen Mannes“. Die Klasse 7a von Johannes Grötecke putzte Autos, verkaufte Kuchen und sammelte Spenden, um die Arbeit in Burundi zu unterstützen. 620 Euro kamen dabei zusammen, eine stolze Summe, für die sich Ziser herzlich bedankte. Er berichtete den Schülerinnen und Schülern von seiner Arbeit und den Umständen in Burundi.

Die Jungen und Mädchen der ALS waren sichtlich stolz, als sie sahen, was unter anderem auch mit ihrem Geld bewegt werden kann, und verfolgten gebannt den kleinen Vortrag gespickt mit eindrucksvollen Fotos. Im Unterricht hatten sie das Thema intensiv vorbereitet, und so brannten ihnen am Ende noch viele Fragen unter den Nägeln. „Was war Ihr schönstes Erlebnis in Burundi“, wollte ein Mädchen aus der ersten Reihe von Philipp Ziser wissen. Nach kurzem Überlegen lächelt Ziser und sagt, dass es immer dann am schönsten sei, wenn er die Entwicklung derer sieht, denen „Burundikids“ geholfen hat. Die Jugendlichen zu begeistern und ihnen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, das sei ein großes Ziel, und dafür lohne sich all die anstrengende Arbeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare