Kreisliga-Spiel in Immighausen hat ein Nachspiel vor dem Korbacher Amtsgericht

Spieler schlägt Schiedsrichter: Geldstrafe für Fußballer aus Korbach

Korbach/Lichtenfels. Ein Fußballer sieht rot – und schlägt den Schiedsrichter: Der „Ausraster“ eines 35-Jährigen Korbachers in einem Kreisliga-Spiel Anfang Oktober 2017 in Immighausen hat ein Nachspiel vor dem Korbacher Amtsgericht gefunden.

Der Fußballer war wegen Körperverletzung bereits per Strafbefehl zur Zahlung von 2000 Euro verurteilt worden. Dagegen hatte er im Januar Einspruch eingelegt. In der Hauptverhandlung am Dienstag kamen der Korbacher, der 25-jährige Schiedsrichter aus Bad Zwesten und fünf Zeugen zu Wort.

Das A-Liga-Spiel zwischen Fürstenberg/Immighausen und Wellen/Wega am 1. Oktober 2017 war bis zum Abbruch wenige Sekunden vor der Halbzeitpause eine ganz normale Partie. So schilderten es die Beteiligten vor Gericht. Dem Schiedsrichter fiel allerdings der beschuldigte Spieler auf – er habe ihn mehrfach ermahnt, weil er seine Entscheidungen als falsch beklagt habe, sagte der Bad Zwestener.

In der 42. Minute entschied der Schiedsrichter auf Foul gegen den Beschuldigten – der prompt reklamierte – und zeigte ihm die Gelbe Karte. Als der Unparteiische zwei Minuten später erneut ein Foul gegen die Heimelf pfiff, beschwerte sich der Beschuldigte abermals: „Es wird langsam lächerlich“. „Das habe ich als Unsportlichkeit gewertet“, sagte der Schiedsrichter gestern. Er habe daraufhin „Gelb-Rot“ gezückt. Die Reaktion des Korbachers: Er rastete aus.

Unstrittig war, dass er auf den Schiedsrichter sprang und ihn mit mehreren Faustschlägen an den Kopf traktierte. Unterschiedlich äußerten sich vor Gericht die Zeugen dazu, ob der Korbacher den damals 24-Jährigen auch mit den Füßen und den Knien getreten habe.

Der Bad Zwestener wurde nach dem Angriff in die Kabine geleitet. Weil er über starke Schmerzen klagte, brachte ihn ein Rettungswagen ins Frankenberger Krankenhaus. Dort wurde er drei Tage stationär behandelt. Die Ärzte stellten eine Gehirnerschütterung sowie Prellungen am Brustkorb fest. Für drei Wochen war er krankgeschrieben.

„Der Schiedsrichter hat gegrinst und tschüss gesagt“, schilderte der Spieler die Gelb-Rote Karte gegen ihn. Der 35-Jährige gestand ein, dass er den Schiedsrichter geschlagen habe. „Auf keinen Fall“ habe er ihn getreten. Der Anwalt des Korbachers sprach von „Augenblicksversagen“ und regte an, das Verfahren einzustellen. Die Geldstrafe von 2000 Euro – ein Monatsgehalt des Angeklagten – sei völlig überzogen.

Das sah die Staatsanwältin anders: Das Strafmaß sei üblich. Das Vergehen könne auch als schwere Körperverletzung ausgelegt werden: Damit würde der Korbacher künftig als vorbestraft gelten. Nach einer Sitzungsunterbrechung zog der Anwalt des Angeklagten den Einspruch gegen den Strafbefehl zurück.

Ein Zivilverfahren, in dem es um Schmerzensgeld geht, ist noch anhängig. Das Kreissportgericht hatte den Spieler bereits im November mit einer zweijährigen Sperre belegt, die Spielgemeinschaft bekam fünf Punkte abgezogen.

Rubriklistenbild: © Jens Kaliske

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