„Kirche und Kulinarik“ in Willingen: Mit Liedern und Speisen vom Upland nach Namibia

Auf den Spuren der Missionare wandeln

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Mit afrikanischen Klängen wurden die Besucher bereits zu Beginn der Veranstaltung auf die besondere Reise eingestimmt.

Willingen - Speck-Zwiebel-Gebäck, Matjes, Tapas, Hühnchen im Bananenblatt und Pfannkuchen - bei kulinarischen Köstlichkeiten, landestypischen Liedern und geistlichen Geschichten wandelten am Sonntagabend über 150 Genießer auf den Spuren der christlichen Missionare.

In der evangelischen Kirche in Willingen genossen sie im Rahmen der Veranstaltung „Kirche und Kulinarik“ ein Fünf-Gänge-Menü.

Im Upland wurde im Jahr 1952 Geschichte geschrieben: Die fünfte Weltmissionskonferenz fand in Willingen statt und beschäftigte sich mit Inhalten und der Entwicklung der christlichen Botschaft. 60 Jahre später erinnert die Veranstaltung „Kirche und Kulinarik“ an das besondere Ereignis. Zahlreiche Feinschmecker waren zu einer kulinarischen Reise eingeladen.

Mit erlesenen Spezialitäten und Chorgesang ließen sich die Besucher in verschiedene Länder und auf die Spuren der Missionare bis nach Namibia entführen.

Die Reise begann in Willingen mit köstlichem Upländer Speck-Zwiebel-Gebäck und erinnerte damit an das Jubiläum der Weltmissionskonferenz. „Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte überlegt werden, was der christliche Glaube zu Völkerverständigung und Frieden zu sagen hat und wie es mit der christlichen Verkündigung in der Welt weitergeht“, erklärte Pfarrer Christian Röhling die erste Station. Von dort aus ging es mit Seemannsmusik des „Kieler Jung“ Jan Droste in den Norden, von wo aus mancher Missionar seine Schiffsreise nach Afrika angetreten hat. Und wie im Hamburger Hafen üblich, stärkten sich die Kirchenbesucher mit einem deftigen Matjesspieß.

„Der Fisch ist nicht nur eine Spezialität des Nordens, sondern auch ein altes Symbol der Christenheit. So wird an vielen Stellen der Bibel, etwa bei der Speisung der 5000, von Fischen erzählt“, erläuterte Pfarrer Röhling nicht nur die lokale, sondern auch geistliche Bedeutung des Menügangs.

Weiter ging die kulinarische Reise nach Spanien, wo Pfarrer Röhling bei gefüllten Tapas mit Schinken von den Jakobspil-gern berichtete. Beim Zwischenstopp an der westafrikanischen Elfenbeinküste wurde daran erinnert, wie weit die Missionare den christlichen Glauben brachten. Pfarrer Röhling thematisierte aber auch ein dunkles Kapitel, den Sklavenhandel.

Als landestypische Spezialität gab es Hühnchen mit scharfer Sauce und Samosa-Taschen im Bananenblatt. Zu den Klängen der namibischen Nationalhymne und bei Pfannkuchen mit Mangocreme kamen die Besucher an der letzten Station, in Namibia, an. Bis dorthin hat sich der christliche Glaube im Laufe der Zeit durch den Verdienst der Missionare verbreitet. „Die Menschen in Namibia haben viel weniger als wir. Aber ihr Glaube ist stark, genau wie ihre Lebensfreude. Daran können wir uns ein Beispiel nehmen“, erzählte Pfarrer Röhling und beendete so die kulinarische Reise auf der geistigen Landkarte.

Namibia als Ziel der Reise ist auch insofern von Bedeutung, da seit fast 30 Jahren Partnerschaften zwischen dem Kirchenkreis des Eisenbergs und zwei lutherischen Gemeinden in Katutura bestehen. Im Laufe der Jahre hat es zahlreiche Begegnungen und Austausche gegeben.

Partnerschaft pflegen

Auch private Freundschaften besiegeln die Partnerschaften immer wieder aufs Neue. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der beiden afrikanischen Gemeinden ist im Herbst auch ein Delegationsbesuch geplant.

Die Veranstaltung „Kirche und Kulinarik“ bildete Höhepunkt und Abschluss der Willinger Schlemmer- und Schlendertage 2012. Ausgerichtet wurden sie von Restaurants aus Willingen, Usseln, Schwalefeld und Eimelrod. Pfarrer Christian Röhling und die Sprecher der beteiligten Gastronomiebetriebe, Heinz-Friedrich Meyer und Jörg Virnich, entwickelten gemeinsam Idee, Konzept und Menü der besonderen Veranstaltung.

„Ob wir so etwas noch einmal anbieten? Wir möchten erst darüber nachdenken, wenn wir die Resonanz abgewartet haben“, sagt Heinz-Friedrich Meyer. Diese dürfte sich jedoch durch den schnell ausgebuchten Abend und das voll besetzte Gotteshaus jetzt schon deutlich positiv abzeichnen. (hei)

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