Korbach

Spurensuche auf Festplatte

- Korbach (tt). Auf dem Computer eines Korbachers wurden kinderpornografische Bilder gefunden. Allerdings blieb vor Gericht unklar, ob der 43-Jährige die Fotos selbst heruntergeladen hat.

Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, bis zur Reparatur seines Computers, 50 Bilder mit kinderpornografischen Inhalten auf der Festplatte besessen zu haben. Dem widersprach der 43-Jährige allerdings. Er machte zwar keine Aussage, ließ aber in einer schriftlichen Stellungnahme mitteilen, eine gebrauchte Festplatte gekauft zu haben. Die Bilder müssten demnach schon vor dem Kauf auf der Festplatte gewesen sein. Aufgrund der unklaren Beweislage wurde das Verfahren vorläufig eingestellt. Vor dem Korbacher Amtsgericht verurteilte Richter Wolfgang Damm den Angeklagten zu drei Monatsraten à 50 Euro. Zudem verzichtet der Sozialhilfeempfänger und Schwerbehinderte auf die Rückgabe seines Rechners.

Im April 2008 stieß das Bayerische Landeskriminalamt auf einen Rechner, der Dateien mit kinderpornografischen Inhalten aus dem Internet herunterlud. Durch Rückverfolgung der IP-Adresse, eine Adresse die dem Computer beim Einwählen ins Internet zugewiesen wird, kam man auf den 43-Jährigen. Insgesamt wurden 50 Bilder in dem heruntergeladenen Archiv gefunden. Da der Rechner vom Angeklagten zwischendurch zur Reparatur gegeben wurde, beauftragte das Gericht einen Sachverständigen. Denn beim Instandsetzen wurden zahlreiche Daten auf dem Computer gelöscht. Der Diplom-Informatiker fand auf dem Rechner kaum persönliche Daten, „was zur vorherigen Reparatur passt“. Allerdings konnte er über 5000 gelöschte Bilder rekonstruieren, worunter auch pornografische Fotos waren.

Dem Sachverständigen war es allerdings nicht möglich zu sagen, wann die Bilder auf der Festplatte gespeichert oder gelöscht wurden. Wahrscheinlich sind durch die Reparatur die Datumsangaben der Dateien gelöscht worden. So konnte also auch der Experte nicht klären, ob die Bilder schon zuvor auf der Festplatte waren oder ob der Angeklagte die Fotos selbst heruntergeladen hat. Der wiederum konnte auch nicht den Namen des Verkäufers der Festplatte nennen. Dieser hätte ansonsten zum Fall befragt werden können.

Eine weitere Möglichkeit, wie die Bilder auf seinen Rechner gelangen konnten, sah der Korbacher in einem fremdem Zugriff. So hätten Fremde die Bilder über eine ungesicherte W-LAN-Verbindung auf seinen PC herunterladen können. Das sah der Sachverständige allerdings nicht so. Ohne großen technischen Aufwand sei es nicht möglich, Dateien vom eigenen auf einen fremden Computer herunterzuladen. Daher wurde auch eine Hacker-Attacke ausgeschlossen.

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