Gotteshaus wird von außen und innen saniert - Kosten: Mehr als zwei Millionen Euro 

St. Nikolai in Korbach: Arbeiten starten im Frühjahr

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Kirchenfenster: Sie werden ausgebessert und neu abgedichtet.

Korbach/Kassel –Mehr als zwei Millionen Euro soll die Sanierung der Nikolaikirche in Korbach kosten. Die ersten Arbeiten beginnen im Frühjahr dieses Jahres

„Endlich geht es los“, sagt Manuela Wolske. Die Pfarrerin aus dem Korbacher Nikolai-Bezirk sitzt zusammen mit ihrem Kollegen Pfarrer Steffen Blum sowie Sabine Neuhaus vom Förderverein der Nikolaikirche im Innern des Gotteshauses.

Sie blickt hinauf zu den großen Bleiglasfenstern und berichtet: „Im Frühjahr werden die Sanierungsarbeiten in der Nikolaikirche beginnen. Zunächst geht es draußen los. Die Fenster werden ausgebessert und neu abgedichtet. Außerdem wird an der Südseite ein Glasschutz angebracht, damit die UV-Strahlen nicht weiter unser schönes Altarbild zerstören.“

Am Altar: Um das Bild zu schützen, werden ab dem kommenden Frühjahr an den Kirchenfenstern auf der Südseite weitere Gläser verbaut.

Dass der Start der Sanierungsarbeiten nicht mehr lange auf sich warten lässt, hat mit einem weiteren Zuschuss an Geldern zu tun. Die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck unterstützt in ihrem Einzugsbereich dieses Jahr sieben Projekte zur Innenrenovierung von Gotteshäusern mit insgesamt rund 437 000 Euro. Vier Kirchenrenovierungen werden in Nordhessen mit etwa 250 000 Euro gefördert. Mit dabei ist auch die Nikolaikirche in Korbach. Die dortige Sanierung bedenkt der Fonds mit 60 000 Euro.

Der Kirchenerhaltungsfonds unterstützt das Sammeln von Spenden in den Gemeinden durch eine Verdoppelung der eingeworbenen Summen. „Wir haben in den vergangenen Monaten viele Spenden erhalten. Dafür möchten wir uns herzlich bei den Spendern bedanken“, betont Sabine Neuhaus. Die Vorsitzende des Fördervereins freut sich nun darüber, dass weiteres Geld aus dem Kirchenerhaltungsfonds fließt.

Die Förderbescheide mit zugehöriger Urkunde hatte kürzlich Andreas Fehr, Stiftungsvorsitzender des Kirchenerhaltungsfonds, im Landeskirchenamt Kassel übergeben. Bischof Prof. Dr. Martin Hein bezeichnete den im Jahr 2000 gegründeten Fonds als „Erfolgsgeschichte“. Inzwischen seien 279 Bauprojekte an denkmalgeschützten Kirchen mit 12, 7 Millionen Euro gefördert worden. Die bedachten Kirchengemeinden hätten insgesamt 9,4 Millionen Spenden eingeworben. Leider könne der Stiftungsfonds wegen der Zinsflaute nicht mehr jeden Kirchenkreis pro Jahr einmal fördern. Ziel bleibe aber, die Dorfkirchen auf dem Land als besondere Treffpunkte der Menschen zu erhalten.

In der Korbacher Nikolaikirche werden in den kommenden Jahren insgesamt mehr als zwei Millionen Euro in die Sanierung investiert. Finanziert werden soll das Ganze mit Hilfe von Spenden und Fördergeld von Landeskirche und Kirchenkreis sowie mit Geld aus dem Denkmalschutzsonderprogramm des Bundes (wir berichteten) und eben auch mit Mitteln aus dem Kirchenerhaltungsfonds. „Wir hoffen, dass wir aus dem Fonds auch 2020 etwas erhalten“, sagt Pfarrerin Manuela Wolske.

„Nach der Fenster-Instandsetzung soll die Heizungsanlage erneuert werden“, sagt Pfarrer Steffen Blum. Anschließend erhalte die Nikolaikirche ein neues Beleuchtungssystem mit entsprechendem Farbkonzept. „Wir werden darüber hinaus das Innere der Kirche etwas entschlacken und einige Bänke rausnahmen. Der gewonnene Platz soll dann Raum für Begegnungen und Ausstellungen bieten. Damit wollen wir auch das Konzept der Gottesdienste etwas verändern“, sagt Steffen Blum, der darauf hofft, dass die Sanierung Ende 2020 abgeschlossen ist.

Von Philipp Daum und Peter Dilling

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