Korbach

Staatssekretär Otto besucht BBZ

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- Korbach (tk). Besuch aus Berlin im BBZ: Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, besichtigte das Berufsbildungszentrum des Handwerks.

Mit Kreishandwerksmeister Karl-Heinz Göbel, dessen Stellvertreter Ulrich Mütze, Geschäftsführer Gerhard Brühl, dem Kreisbeigeordneten Otto Wilke, dem FDP-Landtagsabgeordneten Heinrich Heidel, der Wirtschaftsförderin Sabine Lauffer aus Bad Wildungen und den Innungs-Obermeistern verschaffte sich der 48-jährige Staatssekretär einen Überblick über das breite Aus- und Weiterbildungsangebot. Beherrschendes Thema: der nicht mehr nur drohende, sondern bereits in zahlreichen Betrieben schmerzhaft spürbare Bewerber- und Fachkräftemangel.

Beispiel Kfz-Mechatroniker. In dieser Lehrwerkstatt lernen rund 50 Auszubildende pro Lehrjahr vor allem den Umgang mit moderner Motor-Diagnosetechnik. Ob denn damit der Bedarf auf dem Lehrstellenmarkt gedeckt werde, will der FDP-Politiker wissen. Bei Weitem nicht, antwortet ihm Kreishandwerksmeister Göbel. Zwar blieben auch deshalb einige Lehrstellen unbesetzt, weil es „ein gewisses Problem“ darstelle, Betriebe auch von den Fähigkeiten ausgebildeter Mechatronikerinnen zu überzeugen. Das „Riesenproblem“ liege jedoch darin, überhaupt genügend geeignete Bewerber zu finden.

Otto fragt weiter: Wie läuft es mit der Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Schulen, vor allem was die Bereiche Haupt- und Realschule betrifft? Sind da Fortschritte feststellbar? Leider hänge dies meist von den handelnden Personen ab, schildert Göbel. Und da gebe es nun mal Schulleiter, die verstärkt, und andere, die weniger intensiv darauf achten, gerade Haupt- und Realschüler auf eine handwerkliche Ausbildung vorzubereiten. Hinzu komme, dass sich familiäre Schwierigkeiten im Sozialverhalten der Bewerber widerspiegeln. Hermann Kubat, Tischler-Obermeister, formuliert es zugespitzter: „Die Schule stellt die Ausbildungsreife vielfach nicht her.“ Der gesellschaftliche Wandel sei spürbar. „Wir sind in hohem Maße Sozialarbeiter, oft Familienersatz“, beschreibt er die Rolle, die Ausbildungsbetriebe häufig mit zu übernehmen haben.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Dienstag, 15. Februar

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