Jahreshauptversammlung des DRK-Kreisverbandes Korbach/Bad Arolsen

„Stabiles ehrenamtliches Fundament“

Rhenegge - Bei insgesamt 447 Einsätzen im Vorjahr haben die Ehrenamtlichen der sechs Bereitschaften des DRK-Kreisverbandes Korbach/Bad Arolsen mehr als 
15 800 Stunden geleistet.

Diese Zahlen nannte der Vorsitzende , Günther Hartmann, am Samstagnachmittag bei der Kreisversammlung der Delegierten aus den 14 Ortsvereinen in seinem ersten Jahresbericht – er hatte 2013 die Nachfolge von Dr. Harald Ise angetreten. Neben den Ehrenamtlichen übernehmen hauptamtliche Mitarbeiter vielfältige soziale Aufgaben – vom Kleiderladen bis zum „Essen auf Rädern“. Und sie tragen den Rettungsdienst im Kreis mit. Zu den sechs Bereitschaften sei 2013 die Bergwacht-Bereitschaft in Willingen hinzugekommen, sagte Hartmann. Eine Bereitschaft in Rhoden sei im Aufbau. Dort solle auch ein Jugend-Rotkreuz entstehen – für den Vorsitzenden ein ermutigendes Signal, denn die Jugendgruppen in Korbach und Bad Arolsen gebe es nicht mehr, nur die Ehringer und die Bergwacht-Jugend seien derzeit noch aktiv. In diesem Jahr erhält der Kreisverband einen 61 0000 Euro teuren neuen Einsatzleitwagen. Er soll gerade bei Großereignissen wie dem Skispringen oder dem Mountainbike-Festival in Willingen eingesetzt werden. DRK-Helfer sind aber auch beim Korbacher Altstadt-Kulturfest oder beim Bad Arolser Viehmarkt aktiv. Bei Kursen in Erster Hilfe seien sie „der wichtigste Ausbildungsträger“. Bei 171 Lehrgängen seien im Vorjahr 1934 Teilnehmer gezählt worden, etwas weniger als 2012, aber „immer noch ein hohes Niveau“. Bei 52 Terminen seien 5600 Blutspender gewonnen worden – allerdings sei die Zahl der Erstspender seit Jahren rückläufig. Das DRK-Akkordeonorchester mit seinen 28 Musikern sei „eines der Aushängeschilder unseres Verbandes“, sagte Hartmann. Ein wichtiger Teil der Verbandsarbeit sei die Wohlfahrtspflege. Das DRK betreut 15 Seniorenclubs und bietet regelmäßige Fahrten nach Norderney an. Die Kleiderkammer werde gut in Anspruch genommen, ebenso der Korbacher Kleiderladen in der Fußgängerzone. Die Hauptamtlichen hätten im Vorjahr 25 800 warme „Essen auf Rädern“ ausgeliefert. 248 Teilnehmer seien der Hausnotrufzentrale des Kreises angeschlossen. Der Betreuungsverein kümmerte sich 2013 um fünf Hilfsbedürftige. Die Schuldnerberatung nahmen 241 Klienten in Anspruch, die Insolvenzberatung 119 – seit 2012 gebe es einen Zuwachs der Zahlen. Für die Zukunft gelte es, das „stabile ehrenamtliche Fundament unserer Arbeit“ durch die Werbung neuer Helfer zu stärken, mahnte Hartmann. Das DRK sei gerade auf junge Menschen angewiesen, „die den Willen zur Hilfe für andere Menschen in Not haben“. Geschäftsführer Gerd Brückmann informierte über die vier Tochtergesellschaften des Kreisverbands, die im Vorjahr mit rund 240 Beschäftigten einen Umsatz von etwa neun Millionen Euro erwirtschaftet hätten: - Die 2002 gegründeten Sozialen Dienste betreiben die Pflegeeinrichtungen des „Wohnparks am Südwall“ in Korbach. Dazu gehören 85 Appartements im Betreuten Wohnen und 43 stationäre Pflegeplätze. Betreut würden 125 bis 140 Bewohner, berichtete Brückmann. Die Einrichtung sei derzeit ausgelastet. Sorgen bereitet ihm der wegen der gerade in Korbach starken Konkurrenz defizitäre ambulante Pflegedienst, doch die 2013 eingeleitete Konsolidierung greife schon. Es werde eine „sehr gute Arbeit“ geleistet. - Der 2005 gebildete Rettungs-
dienst fuhr mit seinen mehr als 60 Mitarbeitern im Vorjahr knapp 13 000 Einsätze. In 8000 Fällen sei es um die Notfallversorgung gegangen. Derzeit bestehen vier Rettungswachen, die in Bad Arolsen soll bis Oktober modernisiert werden. - Die 2006 gegründete DRK-Servicegesellschaft kümmert sich um die Altkleidersammlung und den Korbacher Kleiderladen. Das dort ebenfalls formell angestellte hauptamtliche Personal werde derzeit den einzelnen Töchtern zugeordnet. - Der 2008 übernommene Fahrdienst hat im Vorjahr 8800 Patiententransporte in die Bad Wildunger Reha-Kliniken übernommen, ein Plus von 2200. Überwiegend im Ruhrgebiet würden die Patienten abgeholt. Einen Überblick über die bereits geprüfte Jahresrechnung des Kreisverbandes gab Schatzmeister Jürgen Trumpp. Grußworte sprach Ortsvorsteher Heinz-Peter Schlüter. Die gastgebende Rhenegger DRK-Bereitschaft um die rege Vorsitzende Waldraud Schlüter sorgte für die Bewirtung und hatte ein Kuchenbuffet vorbereitet. Der Kreisverband Korbach/Bad Arolsen sei sehr aktiv, lobte die Vizepräsidentin des hessischen DRK-Landesverbandes, Dr. Angelika Schade. Sie erinnerte an die große Feier zum 150-jährigen Bestehen der Rotkreuz-Bewegung im Vorjahr. 2014 jähre sich zum 150. Mal die Verabschiedung der ersten Genfer Konvention zum Schutz von Menschen in Kriegen. Das DRK sei einer der größten sozialen Verbände und ein starker Partner des Kreises, hob die Kreisbeigeordnete Hannelore Behle hervor. Es helfe dem Kreis bei der Erfüllung seiner Aufgaben, da bestehe ein „gutes Einvernehmen“. Der humanitäre Gedanke spiele beim Roten Kreuz die zentrale Rolle, es genieße als „Anwalt der Menschlichkeit“ internationale Anerkennung und sei eine „moralische Kraft“. Von der praktischen Hilfeleistung der Mitglieder und Mitarbeiter profitierten auch die Menschen im Kreis, sagte Behle. Der Einsatz für andere verdiene Respekt, und gerade das Engagement junger Leute sei ein „wertvolles Beispiel“ für Gleichaltrige. Großen Raum nehme die Seniorenarbeit ein, angesichts des Bevölkerungswandels sei der Kreis da verstärkt auf das DRK angewiesen. Behle nannte aber auch die Schuldnerberatung, die Betreuung bei den Kreisseniorentagen oder der Rettungsdienst. Ihr Fazit: „Der Kreis kann froh sein, dass wir Sie haben, und dass wir uns auf Ihre Unterstützung verlassen können.“Die „aufopferungsvolle Arbeit“ des DRK würdigte der Erste Beigeordnete der Gemeinde Diemelsee, Eckhard Köster: „Wo Sie gebraucht werden, helfen Sie – darauf können Sie stolz sein.“ Von Dr. Karl Schilling

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