Stadtverordnete beschließen strengere Regeln für die Beschaffung

Stadt Korbach will nur Produkte ohne Kinderarbeit kaufen

Korbach – Die Stadt Korbach will Vorbild sein – auch beim Einkaufen: Bei Beschaffungen und Vergaben will sie auf Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit verzichten. Die Grünen und die Aktiven Bürger hatten einen entsprechenden gemeinsamen Antrag in der Stadtverordnetenversammlung gestellt.

Beim „Beschaffen“ von Dienstleistungen und Sachgütern – also der Vergabe von Aufträgen an Unternehmen und sonstige Anbieter – will die Stadt künftig noch vorbildlicher und nachhaltiger wirtschaften. Bereits 2005 hatte der Magistrat den Grundsatzbeschluss gefasst, dass die Stadt keine Produkte kauft, die mit Kinderarbeit hergestellt werden.

Der aktuelle Beschluss der Stadtverordneten geht in drei Punkten weiter: „Regionale Produkte bekommen Vorrang. Soziale, ökologische, umweltbezogene und innovative Anforderungen werden berücksichtigt. Voraussetzung für die Beschaffung ist außerdem, dass für Produkte, für die es grundsätzlich ein Zertifikat gibt, auch ein Zertifikat vorgelegt werden muss. Eine Selbstverpflichtung reicht nicht mehr aus“, erläuterte Grünen-Fraktionschefin Heike Kramer den Antrag.

Als „sensible Produkte“, bei denen die Stadt besonders hinschauen soll, werden unter anderem Textilien, Natursteine, Lebensmittel wie Kaffee und Kakao, Spielwaren, Holz sowie Schul- und Bürobedarf aufgelistet.

Hintergrund des Antrags ist die anstehende Rezertifizierung des Titels „Fair Trade Town“, den Korbach erstmals 2013 erhalten hatte. „Wir haben einige Defizite festgestellt, zum Beispiel, dass im Stadtkrankenhaus kein fair gehandelter Kaffee mehr angeboten wird“, sagte Axel Krüer (Aktive Bürger): „Ich höre viele gute Worte und hoffe, dass sie in Zukunft in die Tat umgesetzt werden.“

Ob der Antrag angesichts des Magistratsbeschlusses von 2005 überhaupt notwendig sei, fragte Manfred Figge (CDU). Nach einer von Helmut Schmidt (SPD) vorgeschlagenen geringfügigen Änderung des Textes stimmten die Stadtverordneten dem Antrag einstimmig zu.

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