An der Fröbelstraße soll ab 2017 ein weiteres Wohnviertel mit rund 20 Bauplätzen entstehen

Stadt will neues Bauland erschließen

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Hinter dem Rapsfeld (rechts) an der Fröbelstraße liegt das Neubauviertel „Holunderflosse“. Parallel dazu sollen auf dem Acker rund 20 weitere Bauplätze entstehen. Die Stadt hat dazu einen Geländestreifen vom Kreis erworben. Anwohner an der Kasseler Straße fordern, dass der Landkreis den geschotterten Parkplatz vor der Berufsschulhalle (links) erweitert.Foto: Kleine

Korbach - Zwischen „Holunderflosse“ und Berufsschulhalle will die Hansestadt ein weiteres Baugebiet erschließen – Platz für rund 20 Eigenheime. Im Zeichen des demographischen Wandels ist Augenmaß angesagt bei der baulichen Entwicklung.

Im leuchtenden Gelb blüht der Raps derzeit auf dem Acker an der Korbacher Fröbelstraße. Gegenüber liegt die Berufsschulhalle des Landkreises, nebenan grenzt das Feld ans Baugebiet „Holunderflosse“, auf dem in den vergangenen Jahren ein neues Wohnquartier mit schmucken Eigenheimen entstanden ist.

Zielgerichtet hatte sich die Hansestadt weiteren „Bodenvorrat“ gesichert, der im Ring bis zu den Wohngebieten an Schwelmer Straße und Leipziger Straße reicht. Das Interesse an Bauplätzen in der Kernstadt ist nach wie vor groß, erklärt Bürgermeister Klaus Friedrich. Gleichzeitig sinken aber allgemein die Bevölkerungszahlen im ländlichen Raum.

Die Prognosen sind dabei verzwickt: Demnach wird der Landkreis (rund 154000 Einwohner) insgesamt weiter an Bevölkerung verlieren, in den Mittelzentren wie Korbach (23300 Einwohner) aber vermutlich weniger stark. Doch auch innerhalb der Mittelzentren verläuft die Entwicklung sehr unterschiedlich. Tendenziell bleibt die Bevölkerung in der Kernstadt Korbach stabiler, während Ortsteile nach den Prognosen stärker verlieren. Trotzdem muss die Stadt auch im Zentrum aufpassen, durch Neubauviertel auf der grünen Wiese keine Leerstände zu erzeugen – und damit Wertverluste der privaten Immobilien.

„Wir brauchen eine Weiterentwicklung, die sensibel und mit Augenmaß den städtebaulichen Rahmenbedingungen Rechnung trägt“, formuliert es Rathauschef Friedrich.

So ist neben dem Wohnviertel an der „Holunderflosse“ ein behutsamer Ausbau mit rund 20 Bauplätzen vorgesehen. Bis Anfang 2016 soll das Baurecht dafür geschaffen werden, 2017 könnte dann die Erschließung der Neubaufläche beginnen.

Landkreis verkauft Fläche an der Fröbelstraße

Um das Areal als Bauland zu nutzen, waren zuletzt Verhandlungen mit dem Landkreis erforderlich. Ein Streifen auf dem Rapsfeld entlang der Fröbelstraße gehörte bis dato dem Kreis – als mögliche Erweiterungsfläche für den Schulbau. Die insgesamt rund 6700 Quadratmeter im Besitz des Landkreises hat die Stadt inzwischen erworben. Die Zufahrt zum neuen Wohngebiet kann somit über eine separate Straße erfolgen – und damit nicht durchs bestehende Wohnviertel an der „Holunderflosse“.

Die Weichen für die Zukunft sind also gestellt am Rapsfeld. Dabei kam die Ackerfläche neben der Fröbelstraße in der Vergangenheit wiederholt in den Blickpunkt. Mitte der 1990er-Jahre gab es beispielsweise Überlegungen des Landkreises, hier ein völlig neues Sportzentrum samt Zufahrt zur Umgehungsstraße anzulegen.

Diese Pläne sind längst passé, nicht jedoch die Forderungen von Anwohnern an der benachbarten Kasseler Straße nach Verkehrsberuhigung. So unterstützt die Stadt das Ansinnen von Anliegern, der Landkreis möge den geschotterten Parkplatz neben der Berufsschulhalle erweitern. Die Wiese zwischen Halle und Fröbelstraße bietet dafür jedenfalls noch Raum.

Hintergrund sind die Blechlawinen, die sich tagtäglich rund um das Schulzentrum an der Kasseler Straße ergießen.

Von Jörg Kleine

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