Korbach

Stadtarchiv und WLZ öffnen Samstag ihre Pforten

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- Korbach (lb/jk). Heute wird das Korbacher Stadtarchiv in neuen Räumen eröffnet. Nach dem Festakt am Morgen im Rathaus laden Stadtarchiv und Waldeckische Landeszeitung ab 13 Uhr zum Tag der offenen Tür.

Das Stadtarchiv ist vom Bürgerhaus in die frühere Druckerei im Gebäude der Waldeckischen Landeszeitung umgezogen. Die einstigen Kellerkinder haben jetzt einen Platz an der Sonne: Aus den engen Katakomben des Bürgerhauses sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Stadtarchivs zum Jahresende 2010 mit historischen Urkunden, Akten, Fotos, Karten und Büchern im Gepäck quer über den Obermarkt in die ehemalige Druckerei im WLZ-FZ-Verlagsgebäude umgezogen. Seit Januar ist das Archiv in neuen Räumen in Betrieb, am Samstag wird es auch offiziell eröffnet.

Für Besucher gibt es heute die Gelegenheit, das neue Stadtarchiv mit seinen historischen Schätzen und die moderne Redaktionszentrale der Waldeckischen Landeszeitung intensiv kennenzulernen. Geführte Rundgänge werden um 13.30 Uhr und um 15 Uhr angeboten. Der Besuch lohnt sich 
für die ganze Familie. Eine Bilder-Rallye für Kinder lädt ein zur Entdeckungsreise mit Brief und Siegel. Die Aktion 
wird betreut von Mitarbeitern des Museums. Eine 
Ausstellung zeigt die Entwicklung des Zeitungsdrucks im Waldecker Land vom 18. Jahrhundert bis heute. Auch für Essen und Trinken ist am Samstag vorm Verlagsgebäude gesorgt. Zum Stadtarchiv (Ober­straße 8) geht es vom Obermarkt aus, ins Verlagsgebäude über die Lengefelder Straße.

Um die Räume für das Stadtarchiv umzubauen, hat die Stadt etwa 70 000 Euro investiert. Hinzu kommen die Kosten eines professionellen Umzugs und der zusätzlichen Regalsysteme für die Archiverweiterung. Das neue Stadtarchiv ist mit rund 450 Quadratmeter mehr als doppelt so groß wie das alte. Ein platzsparendes Rollregalsystem bietet auf über 700 laufenden Regalmetern reichlich Platz für das bisherige Archivgut und Neuzugänge. Drei Magazine – so nennt man die Lagerräume für die Archivalien –, ein Fotomagazin und vier Büroräume, von denen der größte mit drei Arbeitsplätzen für Besucher ausgestattet ist, bieten im Vergleich zu früher nahezu luxuriöse Verhältnisse.

Eine eigene Klimazentrale garantiert eine gleichbleibende Luftfeuchtigkeit von 55 Prozent bei einer Temperatur von 18 Grad, um optimale Lagerbedingungen für das historische Archivgut – Urkunden aus dem 14. bis 19. Jahrhundert, Stadtbücher, Gerichtsprotokolle, Nachlässe oder Familiengeschichten – sicherzustellen. Abgeschlossene Brandschutzabschnitte­ und eine Brandmeldeanlage schützen die geschichtsträchtigen Dokumente vor der Zerstörung durch Feuer

Berater vom hessischen Staatsarchiv in Darmstadt haben die Korbacher bei der Planung unterstützt. Das Ergebnis ist ein Archiv, das hessenweit wohl seinesgleichen sucht.Wissenschaftler und geschichtsinteressierte Korbacher nutzen das Stadtarchiv. Viele Anfragen kommen auch von Familienforschern, die auf der Suche nach ihren Korbacher Wurzeln sind. Etliche Dokumente stehen zur Recherche am Computer digitalisiert bereit, etwa fast alle Regesten und Bestandsverzeichnisse sowie die alte Meldekartei und Kirchenbücher.

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