Erst Ortstermin

Stadtpark in Korbach: Entscheidung verschoben

Um diese Fläche zwischen Teich und Fußgängerzone geht es: Der Teich soll andere Nutzungen wie etwa einen Kinderspielplatz nicht verhindern, wünscht sich Henrik Ludwig. Entwurf: „Club L94“/ Riehl, Bauermann und Partner Landschaftarchitekten

Korbach – Überraschende Wendung: Die Korbacher Stadtverordneten haben den Beschluss über die Pläne für den Stadtpark vertagt: Zunächst soll es einen Ortstermin mit dem Planer geben. Hauptstreitpunkt ist die Größe und Lage des geplanten Teichs.

Viel zu spät, erstmals in den Ausschüssen, sei der Entwurf vorgestellt worden, übte SPD-Fraktionschef Henrik Ludwig am Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung harsche Kritik an der Verwaltung. „Meine Fraktion hat keine Chance gehabt, die Pläne zu diskutieren. Das kann ich nicht mitmachen, da fühle ich mich als Stadtverordneter nicht ernst genommen.“ Er beantragte daher, den Beschlussvorschlag an die Ausschüsse zurückzuverweisen und vor der nächsten Sitzung im April einen Ortstermin im Stadtpark mit den Planern zu vereinbaren.

Keinen Hehl hatte Ludwig zuvor aus seiner Enttäuschung über den Entwurf gemacht: Durch den großen Teich werde für Jahre eine fußgängerzonennahe Fläche verschenkt, die besser genutzt werden könne, beispielsweise als attraktiver Spielplatz, der junge Familien zum Einkaufen nach Korbach locke.

Landschaftsarchitekt Frank Flor vom Kölner Planungsbüro „Club L94“ verteidigte in der Stadtverordnetenversammlung den Entwurf: „Da stehe ich dahinter. Ich kann mir eine gewisse Verkleinerung vorstellen, aber es gibt Grenzen.“ Insgesamt habe der Stadtpark eine Größe von 14 000 Quadratmetern – davon 3500 Quadratmeter befestigte Flächen, 4500 Quadratmeter Wiesenfläche und 3500 Quadratmeter Bepflanzung. Der Teich nehme nur 1800 Quadratmeter in Anspruch: „Das können Sie sich ganz locker erlauben. Das verursacht keine Defizite für andere Nutzungen.“

Aus gestalterischen Gründen und wegen der Teichbiologie sei eine gewisse Größe notwendig. Unterstützung erhielt er von Heinz Merl (CDU) und Jochen Rube (FDP). „Ich finde den Plan gut“, sagte Rube. Merl wies darauf hin, dass die Wasserfläche im Schießhagen künftig wegfalle. Gegen Ludwigs Kritik verwahrte sich indes Bauamtsleiter Stefan Bublak: „Wir machen nichts im Geheimen, es ist alles transparent und öffentlich.“

Mehrheitlich stimmten die Stadtverordneten Henrik Ludwigs Antrag zu. Ob die Vertagung zu einer Verzögerung des gesamten Projekts führt, ist unklar: Ziel sei weiterhin, mit dem Stadtpark im Herbst 2019 zu beginnen, sagte Bürgermeister Klaus Friedrich.

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