Resolution für die Grundschulen in Eppe und Rhena beschlossen

Stadtparlament gegen die Schließung

Korbach - Mit einer Resolution an den Landkreis wenden sich Korbachs Stadtverordnete gegen Überlegungen, die Grundschulen in Eppe und Rhena zu schließen.

Stattdessen sollten mit den betroffenen Bürgern Alternativen erarbeitet und Kompromisse überdacht und diskutiert werden, fordert die Stadt Korbach in der Resolution, der die Fraktionen im Stadtparlament am Mittwoch mehrheitlich zustimmten. Hintergrund waren Überlegungen beim Landkreis, mit dem neuen Schulentwicklungsplan die Grundschulen in Eppe und Rhena wegen eines hohen Sanierungsbedarfs schon zu den Sommerferien 2014 zu schließen – drei Jahre früher als ursprünglich geplant (wir berichteten).

„Nicht vertretbar“

Mit einer Schließung der Schulen würde ein deutliches Signal gegen die Stärkung des ländlichen Raums in Wal­deck-Frankenberg gesetzt und dem Leitbild des Kreises nicht entsprochen, argumentiert jetzt die Stadt. Im Fall Eppe würden die Schülerzahlen bis zum Schuljahr 2018/2019 mit insgesamt 37 bis 44 Schülern in vier Klassen konstant bleiben. Die zur Diskussion gestellte Schließung zum Schuljahresende 2013/2014 sei gegenüber den betroffenen Schülern und Eltern nicht vertretbar.

Der Grundschule Rhena sei noch im Frühjahr von Mitarbeitern des Kreises zugesagt worden, dass der Standort im Falle eines Verbundes mit der Westwallschule mindestens weitere fünf Jahre erhalten bleiben könne. Bereits bei diesem Termin seien mögliche Sanierungskosten Thema gewesen, die zum damaligen Zeitpunkt für den Fortbestand der Schule aber nicht entscheidend gewesen sein sollen. „Es ist deshalb umso unverständlicher, dass nun ein halbes Jahr später mit anstehenden Sanierungskosten für eine Schließung der Schule argumentiert wird“, heißt es in der Resolution.

Die Argumentation der Kreisverwaltung sei auch deshalb unschlüssig, „weil die Situation seit vielen Jahren hinnehmbar war und es auch weiter tragbar zu sein scheint, dass die Schulen noch mindestens zwei Schuljahre ohne größere Baumaßnahmen für den Grundschulunterricht genutzt werden könnten.“ Es sei deshalb nicht ersichtlich, warum nun nicht auch eine Nutzung bis 2017 vertretbar sein könne.

Daniel May (Grüne), der als Vorsitzender des Schulausschusses im Kreistag direkt an einer Entscheidung über die Zukunft der betroffenen Schulen mitwirkt, erklärte, dass er persönlich der Resolution nicht zustimmen könne: „Die Schließung ist eine Option, ich will mir da keine Denkverbote auferlegen“, sagte May. Es sei richtig, sich der Frage zu stellen, ob die kleinen Schulstandorte weiterbetrieben werden könnten.

Drei Grüne dagegen

Verantwortlich für die aktuelle Situation an den Schulen in Eppe und Rhena sei letztlich das Kultusministerium, das nicht von der Position abgerückt sei, eine selbstständige Weiterführung aller Grundschulen in Waldeck-Frankenberg abzulehnen. Und schließlich habe der Kreis auch über Jahre die Investitionen in die kleinen Standorte heruntergefahren. Mit May stimmten zwei weitere Stadtverordnete der Grünen gegen die Resolution, ein weiteres Mitglied der Fraktion stimmte dafür, eines enthielt sich.Kreistag berät im Dezember

Die Kreisgremien werden im Dezember über die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans und die damit verbundene mögliche Schließung der Schulen in Freienhagen, Eppe und Rhena beraten. Zwar stand das Thema schon auf der Tagesordnung der jüngsten Kreistagssitzung am 5. November. Doch wegen Protesten aus der Elternschaft der betroffenen Schulen vertagten die Abgeordneten kurzerhand und einstimmig die Debatte. (lb)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare