Korbach/Diemelsee

Ehe der Standesämter besiegelt

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- Korbach/Diemelsee. Wenn ein Paar aus Diemelsee künftig sein Aufgebot bestellen will, muss es sich auf den Weg nach Korbach machen. Denn im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit bündeln Diemelsee und Korbach ihre Kräfte und sparen dadurch Geld.

In der vergangenen Woche packten Birgit Bortel, Petra Schlömer und Anke Linnekugel die Koffer. Urkunden, Formulare und Bescheinigungen schickten die drei Standesbeamtinnen nach Korbach. „Ein bisschen Wehmut haben wir dabei schon empfunden“, sagt Birgit Bortel. Denn mit den Unterlagen geben die Adorfer auch die Verwaltung ihres Standesamtes aus der Hand. Die Kommunen Korbach und Diemelsee nutzen damit in Zeiten leerer Kassen die Synergieeffekte, die der Serviceverbund Eisenberg und der innerhalb dieses Konstruktes kürzlich gegründete Ordnungsbehördenbezirk freisetzt.

„Indem wir einen gemeinsamen Standesamtsbezirk gründen und die Verwaltung unseres Standesamtes nach Korbach geben, sparen wir vor allem EDV-Kosten“, erklärt Diemelsees Bürgermeister Volker Becker. Rund 11 000 Euro weniger gibt die Gemeinde dadurch jährlich aus. „Wir erhalten aber alle Stellen“, betont Becker. So werden Birgit Bortel, Petra Schlömer und Anke Linnekugel künftig verstärkt in anderen Bereichen eingesetzt, während ihre Kolleginnen Angelika Müller und Hannelore Kluß in Korbach zusätzliche Urkunden ausfüllen. Diemelseer können alte Urkunden in Adorf anfordern, die werden dann aus Korbach geschickt. „Und auch das eingesparte Geld wird an anderen Stellen in der Gemeinde Diemelsee eingesetzt, sodass die Menschen den Vorteil der Zusammenarbeit spüren können“, erklärt Heinz-Willi Müller, Geschäftsführer des Serviceverbundes Eisenberg.

„Auf der anderen Seite soll sich für die Menschen in Diemelsee so wenig wie möglich ändern“, sagt Bürgermeister Becker. Denn die drei Standesbeamtinnen sind weiterhin für Hochzeiten zuständig. Das Aufgebot muss also in Korbach bestellt werden, die standesamtliche Trauung findet wie immer im Diemelseer Rathaus oder im Kloster Flechtdorf statt.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Dienstag, 18. Januar

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