Aktionskünstler Frank Bölter will mit Sachsenbergern Schiffchen und Schule falten

Stapellauf bei Holunderblütenfest

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Lichtenfels-Sachsenberg - „Mich inspiriert dieses Städtchen ziemlich stark“: Aktionskünstler Frank Bölter, seit Anfang April in Sachsenberg, will am kommenden Donnerstag (Fronleichnam) ein großes Papierschiff bauen und zu Wasser lassen.

Die Aktion findet im Rahmen des Holunderblütenfestes des Verschönerungsvereins statt, das am 30. Mai um 15 Uhr an der Teichanlage „Vordere Wasche“ beginnt. Bölter, der für das Projekt „Dörfer für Kunst“ ein halbes Jahr in Sachsenberg lebt und arbeitet, will dann die Besucher animieren, mit seiner Hilfe ein überdimensionales Papierschiffchen zu bauen.„Mutige Sachsenberger“ sollen mit dem speziellen „Faltboot“ dann im Laufe des Nachmittags auch in See stechen.

Außerdem beschäftigen sich die Grundschüler während ihrer Projektwoche vom 17. bis 21. Juni ebenfalls mit dem bevorzugten Material des 43-jährigen Gastkünstlers aus Köln. Zusammen mit ihm und teilnehmenden Eltern falten und verkleben die Schüler ein lebensgroßes Origami-Schulgebäude. „Das geht nur gemeinsam“, unterstreicht Bölter, „mitdenken und mitmachen ist ein elementarer Bestandteil dieser Kunstform“.

Mit „Familie, Sack und Pack, Hundkatzemaus und großem Anhang“ hat der gebürtige Lippstädter bereits die Gegend unsicher gemacht. Amüsante Beschreibungen seiner Ausflüge in den unbekannten Alltag sind auf der Internetseite des Kunstprojektes (www.doerfer-fuer-kunst.de) nachzulesen.

„Ich find’s super“ fasst der Künstler seine Eindrücke zusammen. Freundschaften seien bereits entstanden. Und was die Sachsenberger mitunter selbstkritisch sähen, halte er für eine besondere Qualität: „Eine ausgeprägte Diskussionskultur ist nichts, wofür man sich entschuldigen müsste.“

Hintergrund

„Kunst fürs Dorf – Dörfer für Kunst“ ist ein Projekt der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft. 101 Gemeinden sowie 146 Künstler hatten sich dafür beworben, und Lichtenfels gehört zu den deutschlandweit drei Orten, die von einer Jury ausgewählt wurden.

Ziel des Projektes ist es, den Orten die Chance zu geben, am künstlerischen Schaffensprozess des Künstlers aktiv teilzunehmen, sodass ein breiter öffentlicher Austausch stattfindet und das Dorf damit zu einer Art lebendiger Aktionsraum wird.

Die Stiftung ermöglicht den drei Künstlern einen sechsmonatigen Arbeitsaufenthalt und unterstützt ihre Tätigkeit mit einem Honorar in Höhe von je 20 000 Euro. Die Dörfer stellen Wohnraum und Atelier zur Verfügung. Das Projekt endet im September mit der Übergabe der Kunstwerke, die in Zusammenarbeit mit den Bewohnern Sachsenbergs entstanden sind. Der Kulturkanal Arte dokumentiert den Verlauf des Projektes in einer Fernsehserie, die im Herbst ausgestrahlt werden soll.(md/tk)

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