Ab Mittwoch gibt es wieder Führungen durchs Adorfer Besucherbergwerk

Stollen unter Tage erkunden

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Die Bergleute des Adorfer Knappenvereins bieten ab dem nächsten Mittwoch wieder Führungen durch die Grube Christiane an.

Diemelsee-Adorf. - Kommende Woche startet das Besucherbergwerk der Grube Christiane in die neue Saison, wieder sind Führungen geplant.

Es geht wieder unter Tage: Am nächsten Mittwoch, 2. April, beginnen die Kumpel des Knappenvereins um 13 Uhr wieder mit ihren Führungen. Besucher können dabei Spannendes erleben und viel über die Arbeit in den Stollen erfahren, denn viele der Bergwerksführer waren einmal Kumpel, sie geben bei den Touren gerne die eine oder andere Anekdote zum Besten.

Der Bergbau in der Gegend hat eine lange Tradition, die älteste urkundliche Erwähnung stammt vom 5. Januar 1273. Darin verzichten die Adelsgeschlechter von Tregel und von Esbyke zugunsten des Bredelarer Klosters auf Ansprüche aus ihrem väterlichen Erbe - darunter auf die „Metalle unter der Erde“. Dabei handelt es sich um das begehrte Eisenerz, das aus dem Alltagsleben nicht mehr wegzudenken war, seit es schon um 800 vor Christi die Bronze verdrängt hatte. Immer wieder kam es im Mittelalter zum Streit um die verschiedenen Grubenfelder zwischen den „Churköllnern“ und den waldeckischen Grafen. 1887 wurde die Grube am Martenberg an die Rhene-Diemelbahn angeschlossen - es war der erste Schienenweg im ganzen Fürstentum.

Nachdem das Bergwerk 1917 stillgelegt worden war, begannen 1936 erneut Arbeiten, ab 1938 wurde wieder Erz gefördert. Bis 1963 holten Arbeiter 1,7 Tonnen aus dem Berg, allein 1960 waren es 155 700 Tonnen. Doch die Kosten für deutsches Erz waren zu hoch, am 16. März 1963 endete die Bergbautradition in der Grube Christiane: Der Betrieb rentierte sich nicht mehr. Der Adorfer Knappenverein entwickelte schließlich die Idee, ein Besucherbergwerk einzurichten, 1986 wurde es nach zweijähriger Arbeit eröffnet.

Wie konnte überhaupt Eisenerz entstehen, wie wurde es geborgen, und wie hat sich der Abbau in den vorigen 800 Jahren verändert? Diese und viele andere Fragen wollen die Kumpel bei ihren Führungen eindrucksvoll beantworten, beschreiben und darstellen.

Und wer will, kann sich auch gerne einmal selber in den alten Abbaumethoden versuchen - einfach war die Arbeit unter Tage nicht eben.

Im Bergbaumuseum können zudem alte Bergwerksschätze und -materialien bewundert werden. Auf etwa 120 Quadratmeter Fläche sind eine umfangreiche Gesteins- und Mineraliensammlung aus der Adorfer Gegend sowie Geräte und Werkzeuge zu sehen.

Die Führungen dauern etwa 90 Minuten. Bitte wärmere Kleidung anziehen, da die Temperatur im Bergwerk das ganze Jahr konstant bei neun Grad liegt. Führungen für Gruppen ab zwölf Leuten sind nach Absprache möglich.

Weitere Infos gibt es unter www.grube-christiane.diemelsee.de im Internet.(r)

Hintergrund

Regelmäßige Führungen durch die Grube Christiane finden von April bis Ende Oktober statt, die Termine: l?am Mittwoch und Samstag von 13 bis 17 Uhr, l?an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr und l?in den Monaten Juni, Juli und August zusätzlich am Montag von 13 bis 17 Uhr. Die letzte Führung beginnt an allen Tagen um 16 Uhr.

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