Ortsbeirat informiert über Varianten der Trinkwassergewinnung · Gemeindevorstand für teurere Lösung

Stormbrucher wollen ihr Wasser zurück

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Zahlreiche Stormbrucher und Ottlarer nutzten die Informationsveranstaltung zur Trinkwasserversorgung in den beiden Diemelseer Ortsteilen.

Diemelsee-Stormbruch - Anfang September entscheiden die Diemelseer Parlamentarier, woher das Trinkwasser für Stormbruch und Ottlar in Zukunft kommen wird. Die Empfehlung des Gemeindevorstandes spiegelt dabei nicht die Meinung der Bewohner wider.

Eines scheint schon vor der Entscheidung der Gemeindevertretung am 6. September festzustehen: Der Brunnen in Stormbruch wird für die Trinkwassergewinnung reaktiviert. Es bleibt die Frage, wo das Brunnenwasser eingespeist wird. Bei einer Informationsveranstaltung des Ortsbeirates stellte Ingenieur Michael Rempe den zahlreich erschienenen Stormbruchern und Ottlarern zwei Varianten vor: Entweder geht das Wasser vom Brunnen in den Hochbehälter Wiggenknochen und wird dort mit Briloner Wasser vermischt, oder es geht in den Hochbehälter Ottlar.

Wasser besser und günstiger

Rempe erklärte die Vor- und Nachteile sowie die technischen Anforderungen beider Optionen. Er arbeitet für das Büro Oppermann, das ein Konzept für die Wasserversorgung in der gesamten Gemeinde Diemelsee aufgestellt hat. Bis zur Stilllegung des Hochbehälters Stormbruch kam das Wasser für die Dorfbewohner bereits aus dem ortseigenen Brunnen. Dieser wurde wegen Keimbelastung außer Betrieb genommen. Nun kommt das erfrischende Nass aus dem Hochbehälter Wiggenknochen, der von den Stadtwerken Brilon betrieben wird. Eine Situation, mit der die Stormbrucher nicht zufrieden sind. Denn das Wasser aus dem eigenen Brunnen (Härtegrad fünf bis acht) ist deutlich weicher als das Briloner Wasser (bis Härtegrad 16).

Bei Untersuchungen hat das Ingenieurbüro festgestellt, dass der Brunnen zudem noch nutzbar ist. Er wurde gereinigt und entsandet, die Wasserspiegelruhelage des ursprünglichen Ausbaus wird wieder erreicht. „Wir haben jetzt quasi einen neuwertigen Brunnen“, sagte Michael Rempe am Donnerstagabend. Zudem würde die Quelle auch die nötige Wassermenge zur Versorgung der Bewohner aufbringen (etwa 25 000 Kubikmeter pro Jahr für Stormbruch und Ottlar). Das sei Voraussetzung für die weitere Nutzung.

Nun ist die Frage, für welche Variante sich die Gemeindevertretung entscheiden wird.

l Variante 1 ist die technisch einfachste Lösung. Das Wasser aus dem Stormbrucher Brunnen wird in den Hochbehälter Wiggenknochen eingespeist. Dafür müssen Leitungen zum Hochbehälter verlegt werden, die Gesamtkosten betragen etwa 206 000 Euro. Der Ortsbeirat Stormbruch spricht sich dagegen aus, da das weiche Brunnenwasser mit dem härteren Briloner Wasser vermischt würde. Der Gemeindevorstand allerdings empfiehlt den Parlamentariern in den Unterlagen zur nächsten Sitzung diese Option.

Hoher technischer Aufwand

l Variante 3 bevorzugen die Stormbrucher. Hier wird eine Kunststoffleitung vom Brunnen bis an die Leitung des Hochbehälters Ottlar gelegt, dieser wird dann mit dem Brunnenwasser gefüllt. Beide Ortsteile hätten ihr weiches Wasser, die Kosten liegen bei etwa 167 000 Euro. Größter Nachteil ist der technische Aufwand. Aber: „Wir trauen uns zu, dass wir das von der Steuerung gebacken kriegen“, sagte Rempe dazu.

l Variante 2, die Einspeisung des Wassers vom Brunnen direkt in die Ortslage Stormbruch, wurde aufgrund des technischen Aufwands und der komplizierten Steuerung bereits verworfen.

Die Meinung der Stormbrucher nach der Informationsveranstaltung lag eindeutig bei Variante 3. Jetzt müssten nur noch die Parlamentarier überzeugt werden, wies Ortsvorsteher Bernd Menzel auf die nächste Hürde hin. (tt)

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