Grünen-Besuch in Zug-Werkstatt: Reaktivierte Trasse Korbach-Frankenberg im Blick

Kurhessenbahn-Chef: „Strecke muss schneller gemacht werden“

In seinem Element: Service-Mechaniker Christoph Gumbel arbeitet in der Werkstatt in Korbach an einem der Triebwagen der Kurhessenbahn.
+
In seinem Element: Service-Mechaniker Christoph Gumbel arbeitet in der Werkstatt in Korbach an einem der Triebwagen der Kurhessenbahn.

Korbach – Noch werden die Triebwagen der Kurhessenbahn in der Instandhaltungswerkstatt mit der Hand gewaschen. Das soll sich aber bald ändern: „Unsere vollautomatische Waschhalle wollen wir im kommenden Jahr in Betrieb nehmen“, sagte Werkstatt-Leiter Andreas Geib am Dienstag am Rande eines Besuchs des Grünen-Fraktionschefs im Landtag, Mathias Wagner, in Korbach.

Ein weiteres Ziel nannte Joachim Kuhn, Leiter der Kurhessenbahn – ohne jedoch einen konkreten Zeitpunkt zu nennen. „Wir wollen auf der reaktivierten Bahnstrecke zwischen Korbach und Frankenberg eine stündliche Taktung einrichten. Dafür müssen wir die Strecke schneller machen.“ Einige der bislang noch unbeschrankten Bahnübergänge müssten hierfür abgeschafft werden. Die verbliebenen sollen zum Teil gesichert werden. Die Zahl der eingesetzten Züge würde sich erhöhen. Aus den momentan noch existierenden Bedarfs-Haltestellen sollen planmäßige Stopps werden.

„Viele unserer Kunden verstehen nicht, warum es Bedarfshaltestellen gibt. Wenn die Strecke schneller ist, können die Züge auch ein paar Minuten in den jeweiligen Orten halten“, sagte Kuhn, der die Gesamtkosten für das Projekt auf 24 Millionen Euro taxierte. Er warb zugleich um Unterstützung der schwarz-grünen Landesregierung.

Mit Blick auf die Fahrgastzahlen sagte der Leiter der Kurhessenbahn, dass sich diese jedes Jahr um sechs bis acht Prozent erhöhten. „Die Corona-Zeit muss hierbei natürlich ausgeklammert werden. Dennoch ist klar, dass Bahnfahren auf unseren Strecken immer beliebter wird“, so Kuhn, der dies vor allem auf die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Korbach und Frankenberg zurückführt. „Die Strecke ist ein wichtiger Lückenschluss gewesen – gerade auch für Menschen, die aus weiter entfernten Regionen kommen. Wir haben zum Beispiel vermehrt Fahrgäste, die mit der Bahn aus Richtung Marburg bis ins Upland fahren oder sich aus dem Westfälischen auf den Weg an den Edersee machen. Gleichwohl ist es für Menschen aus Bad Arolsen oder Volkmarsen heute viel leichter, beispielsweise nach Herzhausen und somit in die Edersee- und Nationalparkregion zu gelangen.“

Nach der Reaktivierung der Bahnstrecke habe man mit 350 Fahrgästen pro Tag gerechnet. Mittlerweile schätzen wir, dass täglich rund 600 Personen auf der Strecke unterwegs sind“, sagte Kuhn.

Doch nicht nur die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Korbach und Frankenberg sei ein Erfolg. Auch die Instandhaltungswerkstatt in Korbach habe die Erwartungen mehr als erfüllt. Konkrete Infos hierzu lieferte Werkstattleiter Andreas Geib. „Unser Personalbestand hat sich von 18 im Jahr 2019 auf jetzt 24 Angestellte erhöht.“ Dies sei auch deshalb notwendig gewesen, weil die Werkstatt immer mehr Aufgaben übernommen habe. „Wir machen so gut wie alles. Das fängt bei den planmäßigen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an. Außerdem kümmern wir uns um den Tausch von Radsätzen oder ganzen Antriebskomponenten. Auch die Beseitigung kleinerer Unfallschäden gehört zu unseren Aufgaben“, berichtete Geib.

Seit Beginn der Corona-Krise hätten sich die Werkstatt-Mitarbeiter zudem vermehrt um die Desinfektion der Züge kümmern müssen. „Unser Arbeitspensum ist trotz Corona auch deshalb nicht weniger geworden, weil unsere Züge ja weiter gefahren sind. Von Kurzarbeit waren wir bislang nicht betroffen“, sagte der Werkstatt-Leiter.

Laufradsätze für Züge zogen die Blicke auf sich: (von links) Christine Möller vom Regionalbüro der Grünen in Korbach, Daniel May, Mathias Wagner, Landtagsabgeordneter Jürgen Frömmrich sowie Andreas Geib und Joachim Kuhn von der Kurhessenbahn.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare