Gelungenes Konzert des Sängerbezirks zum runden Geburtstag der „Eintracht“

Streifzug durch 100 Jahre Chorgesang

+

Korbach. - Der gemischte Chor „Eintracht“ war Gastgeber des Bezirkskonzerts. Die Chöre boten am Sonntag ein vielseitiges Repertoire, das zusammen genommen die zurückliegenden 100 Jahre abbildete.

„Wir werden hundert!“, unter diesem Motto lud der Gemischte Chor „Eintracht“ Korbach zum Bezirkskonzert auf die Freilichtbühne. Angesichts der Wettervorhersage hatten die Gastgeber und Geburtstagskinder mit der nicht im Programm abgedruckten „Entrada a-capella“ die Zugabe an den Anfang gestellt, sagte der Vorsitzende Heinz Rothstein in seinem Grußwort. Eine richtige Entscheidung, anscheinend hatte Petrus nur versprechen können, die Schleusen des Himmels bis zum letzten Ton des offiziellen Programms geschlossen zu halten.

Mediterranes Flair

Mit dem lebhaften französischen Lied „Vive L‘a mour“ und dem munteren spanischen Tanz Tranquillo, zu dessen Klängen sich die Sängerinnnen und Sänger anmutig im Takt bewegten, hatte die „Eintracht“ unter der Leitung von Adolf Schneider mit musikalischen Mitteln für mediterranes Flair bei zuletzt ziemlich zugezogenem Himmel gesorgt.

Die gleich zu Anfang gesungene Aufforderung „Auf ihr Freunde, lasst uns singen“, nahmen die versammelten Chöre aus dem Sängerbezirk gerne an. Die erste klingende Gratulation kam vom Frauenchor Mühlhausen, dessen Interpretation von Otto Grolls „Ave-Maria der Berge“ mit seinen Glockenklängen einen nachdrücklich Eindruck hinterließ.

Dirigentin Carmen Lindemann hatte mit ihrem zweiten Chor die jüngste Komposition als Präsent zum Jubiläumsprogramm mitgebracht: „An Tagen wie diesen“, ein Lied, das die meisten mit der Fußball-Europameisterschaft 2012 verbinden, das aber zu jedem großen Jubiläum passt. Mit den gemischten Chören aus Helmscheid und Nordenbeck legte Lindemann eine weitere musikalische Erfolgsgeschichte auf den Gabentisch: Ralph Siegels „Moskau“, das sich mit seinen temperamentvollen „Kosaken Hey“-Rufen als wirkungsvolles Kontrastprogramm zur getragenen Hymne erwies.

Vom selben Komponisten stammte auch „Du kannst nicht immer 17 sein“. Mit diesem fröhlichen Lied auf den Sommer des Lebens und herrlichen rhythmischen Wechseln bei der Vorschau auf die silbernen Jahre gratulierte der gemischte Chor Eisenberg Goldhausen unter der Leitung von Arno Huthwelker.

Mit Martin Luthers Motto „Wer sich die Musik erkiest, hat ein himmlisch Werk gewonnen“ hatte die Bezirksvorsitzende Annelies Weibel in ihrem Grußwort sämtliche Sänger in eine Traditionslinie mit den Engeln als erste Musikanten gestellt, die Beständigkeit und Tatkraft der Mitglieder der „Eintracht“ gelobt und die Auftritte des Chores bei den Sängerfesten des Bezirks als zuverlässige Quelle der Freude gerühmt.

Kein Frosch im Hals

Im weiteren Verlauf blieb keine Seite des irdischen Sängerlebens unbeleuchtet. Im Licht des musikalischen Humors geriet ein ganz gefürchtetes Phänomen gar zu einem der Höhepunkte. Der Männerchor „Harmonie“ aus Korbach unter der Leitung von Gabriele Wüstenfeld setzte mit dem Lied über den „Schrecken aller Sänger“ den ersten heiteren Akzent und besang eindrucksvoll die Gefühle gegenüber jenem kleinen Tier, das schon mal die ganze Kunst verhunzt. Die Darbietung des Lieds von Thibaut/Grote selbst blieb ebenso vom „Frosch im Hals“ verschont wie das sehnsuchtsvolle Abendlied von Erhard Mühlberg und der flotte Kehraus „Dankeschön und auf Wiederseh‘n“ von Eric Hein.

Der Gemixte Chor „Haste Töne“ aus Berndorf setzte bei der Eröffnung von „The Lion sleeps tonight“ ebenfalls auf Heiterkeit und motivierte mit Dschungelgeräuschen einige Sänger der anderen Chöre zu Echos von den Rängen. Mit Schlagzeug und Didgideroo setzte der von Lisa Herrlich geleitete Chor weitere Effekte beim Ausmalen der afrikanischen Wildnis. Beim englischen Volkslied „Scarborough Fair“ und dem Supertramp-Hit „Give little bit“ gaben die Männer während der Strophen zumeist den Ton an und lieferten beim Refrain ein wohl klingendes harmonisches Fundament.

Mit „So singt nur ein Männerchor“ lieferten die Männergesangsvereine Strothe und Mühlhausen ihren wohlklingenden Kommentar. Mit einer kleinen und ebenso rührenden wie mitreißenden Hommage an Werner Richard Heymann und seine Musik für die Ufa-Filme der frühen Dreißiger ging es weiter. Bei „Irgendwo auf der Welt“ boten die Chöre unter der Leitung von Ingrid Brandt eine hervorragende Klangkultur bis zum abschließenden Summen der unwiderstehlichen Melodie. Das anschließend angestimmte „Ein Freund, ein guter Freund“ motivierte die Zuhörer im Halbrund der Ränge zum eifrigen Mitklatschen beim Refrain.

Mit einem harmonischen „Dada Dada“ und „Only you“ von den Flying Pickets holte der Gemischte Chor „Knapp Daneben“ das Publikum wieder näher an die musikalische Gegenwart und stimmte mit „Can you feel the love tonight“ eine der großen Kinohymnen der Neunziger an. Im Verlauf der Ballade aus König der Löwen erblühte der Chor unter der Leitung von Klaus Wunderlich zu seiner vollen Klangpracht und zeigte beim abschließenden „to the very best“ eine großartige Pianokultur. (ahi)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare