Korbach

Stromaufwärts mit dem Helikopter

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- Korbach (tt). Auf bis zu drei Meter nähert sich der Helikopter den Masten, nur in Schrittgeschwindigkeit geht es vorwärts. Bei der Kontrolle der Stromleitungen durch die EWF ist Millimeterarbeit angesagt.

Für die schöne Aussicht auf Bad Arolsen hat der Hubschrauberpilot Rolf Berge keine Augen. Er konzentriert sich auf das Wesentliche – sein Fluggefährt. Die 426 PS starke Bell 206 muss er möglichst nah an Strommasten und Mittelspannungsleitungen heranführen. Er führt derzeit im Verbreitungsgebiet der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) Kontrollflüge an den Freileitungen durch. Bad Arolsen war am Mittwoch an der Reihe.„Alle fünf bis sechs Jahre führen wir die Flüge zusätzlich zu den Bodenkontrollen durch“ erklärt Bodo Wischolleck, Sachbereichsleiter Strombetrieb bei der EWF. Schäden, die durch Blitzeinschlag oder Frost entstanden sind, seien teilweise nur aus der Luft zu erkennen. So werden mögliche Mängel an Isolatoren oder den Leitungen aus nächster Nähe festgestellt.

Seit Anfang der Woche sind die Männer von „Rotorflug“ unterwegs. Das Unternehmen aus Friedrichsdorf im Hochtaunuskreis ist auf Helikopter-Dienstleistungen spezialisiert. An Bord sind neben dem Piloten der Beobachter Reinhard Kanther und einer der acht EWF-Bezirksmeister. Diese führen Protokoll über entdeckte Fehler oder Beschädigungen. So notierte Sven Langendorf, Bezirksmeister Diemelstadt, gestern einen Isolatorenschaden an einem Strommast. Hier wurden durch einen Blitzeinschlag zwei sogenannte Teller zerstört. Die Teller müssen möglichst schnell ausgewechselt werden, denn beim nächsten Blitzeinschlag wäre ein Stromausfall möglich, beschreibt Wischollek das weitere Vorgehen.

Schäden nach Gewittern kommen bei Freileitungsmasten am häufigsten vor. In sehr seltenen Fällen könne auch eine Leitung reißen und über dem Boden hängen. Dann besteht für Menschen Gefahr, denn auf den Leitungen liegt eine Spannung von 20 000 Volt.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Donnerstag, 24. November

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