Letztes „Open Stage“ des Jahres im K20

Stücke mit eigener Note

Korbach - Das letzte „Open Stage“ des Jahres ist über die Bühne gegangen. Neben Premieren gab es vor allem verbesserte Neuauflagen von Stücken, die im Lauf des Jahres im K20 ertönten.

Mit einem etwas anderen Adventskonzert erfreuten die Künstler beim „Open Stage“ im K20 ihre Fans und die, die es noch werden sollen. Dafür sorgte schon eine Live-Premiere: Bill Sauer spielte Freitag erstmals seine jazzige Weihnachtsballade „Candle light, the time is right“. Als musikalischer Weltenbummler erwies er sich mit dem Latin Dancefloor-Feger „Baby Baila me“. Unplugged brachte 
er den funkig-elektrisierenden Groove des schnellen Songs „You‘re so bad“ ungefiltert auf die Bühne. Weihnachtliche Musik stand bei Frank und Heinz Becker auf dem Programm: Das Country-Duo hatte „Leise rieselt der Schnee“ und Rolf Zukowskis „Weihnachtsbäckerei“ in Wildwest-Arrangements auf die Setlist gesetzt. Als Blickfang erwies sich die Eigenkomposition „Indianer – so weit das Auge reicht“: Kostümierter Tänzer, Tipi und Nebelmaschine setzten das Lied in Szene. Mit der Zugabe „Nehmt Abschied Brüder“ ging das Vater-Sohn-Duo schon auf den Jahreswechsel ein. Singer-Songwriter Basti Hamel eröffnete den Abend und sein Programm mit einer ausgereiften Version seiner „Liebeserklärung an die Freunde“. Er kehrte zu den länger von ihm vernachlässigten politischen Songs zurück: Anlass für die Titel „Klare Worte gegen Fremdenhass“ und „Argumente ad absurdum“ waren brennende Flüchtlingsunterkünfte. Nicht nur frische Künstler und neue Songs machen den Charme des „Open Stage“ aus, auch das Wiederhören trägt viel dazu bei: so beim Duett „Falling slowly“ mit Janina Filippi und Kooshan Bahzeri. Beim ersten „Open Stage“ des Jahres hatten die beiden mit einer vergleichsweise schüchternen Version überrascht, die Wiederholung im Dezember geriet mit einer Balance von Energie und Zartheit intensiver. Der sanfte Bariton und die resolute Altstimme mischten sich beim Refrain des Glen-Hansard-Songs. Neu auf der Setlist der früheren Frontfrau von „No one important“ stand Neil Youngs Country-Klassiker „Harvest“, dem sie eine eigenständige Note verpasste. Dasselbe Kunststück gelang Anna, Kooshan und Heiko mit „You got the love“. Janina und „No one important“ hatten die Messlatte für die Komposition von Florence and the Machine hoch gehängt, doch mit einer ruhig fließenden Version mit Anklängen an „Wicked Game“ entstand eine Darbietung mit Sogwirkung. Mit ihrer samtigen, aber kräftigen Altstimme hatte die Sängerin bei Ella Hendersons „Ghost“ schon angedeutet, welches Potenzial in ihr steckt. Mit ihrer federleichten Fassung des Dschungelbuch-Klassikers „I wanna be like you“ lieferte Madlen Hamel ebenfalls eine eigenständige Version eines bekannten Stückes. Das schwermütige „Lay it on me“ von George Ezra war die zweite Premiere in ihrem Set. Als finaler Höhepunkt erwies sich die Zugabe „Girl with one eye“. Den klassischen Kehraus spielte ihr älterer Bruder Basti mit dem Standard „Baby one more time“.„Geht öfter auf Konzerte“ lautete sein Wunsch für das kommende Jahr. Der schwache Besuch beim parallel mit dem Fußball-Länderspiel gegen Gibraltar angesetzten Topact Mundwerkcrew gebe ihm zu denken. Von Armin Hennig

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